Ernst-Schneider-Preis 2021 vergeben

IHKs zeichnen zum 50. Mal seit 1971 hervorragenden Wirtschaftsjournalismus aus –
Miriam Meckel gewinnt Sonderpreis für ihr Projekt ADA

Sechs Preisträger erhielten am Abend des 7. Oktober den Ernst-Schneider-Preis – Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft. Die Preise wurden vor mehr als 300 prominenten Gästen in Kooperation mit der IHK Düsseldorf in der Tonhalle Düsseldorf verliehen.

Andreas Schmitz, Präsident der IHK Düsseldorf, begrüßte die Gäste und verwies auf seinen Vorgänger im Amt Ernst Schneider (Präsident von 1949 bis 1968).

Die 50. Verleihung des Ernst-Schneider-Preises stand im Zeichen des Jubiläums und seines Namensgebers. Mit einem Video von Produzentin Ulrike Gehring, screenart, Frankfurt, wird der leidenschaftliche Unternehmer, Verbandspräsident und Kunstliebhaber Ernst Schneider (1900-1977) vorgestellt. Er war schon früh davon überzeugt, dass eine qualitativ gute Wirtschaftsberichterstattung erforderlich ist, um in der Bevölkerung für die Soziale Marktwirtschaft zu werben.

Moderatorin Christiane Stein führte charmant und kompetent durch den Abend. Sie interviewte auch die Preisträger und entlockte ihnen interessante Details und Hintergründe. Video-Preisträgerin Vanessa Schlesier berichtete von ihren aufwändigen Recherchen in Afrika und den Folgerungen für ihre Story über problematische Kobaltgewinnung im Kongo für Autobatterien. Am Tag nach der Preisverleihung flog sie für ihre nächste Story nach Pakistan.

Dass der Audio-Preis nicht an Rundfunkautoren ging, sondern an das Podcast-Team des Handelsblatts, war eine weitere Besonderheit des Abends. Felix Holtermann und sein Team entwickelten einen 12-teiligen Podcast „Handelsblatt Crime: Der Fall Wirecard“, über den ein Jurymitglied urteilte: „die ideale Vorbereitung für einen Untersuchungsausschuss“. Auch das Rechercheteam der Süddeutschen Zeitung wurde für eine Tagebuch-Story über Wirecard ausgezeichnet: „vielleicht der größte Wirtschaftsskandal der letzten Jahrzehnte“.

Kabarettist Florian Schroeder unterhielt das Publikum mit zwei humoristischen Einlagen, in denen er auch seine unnachahmlichen Stimmimitationen zum Besten gab.

Die Publizistin und Kommunikationsprofessorin Miriam Meckel wurde für ihr Gründungsprojekt ADA mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Sie war aus New York per Video zugeschaltet und betonte die Notwendigkeit des Journalismus, neue Kooperationsformen zu probieren und aufgeschlossen für seine Leser zu bleiben.

In einer abschließenden Talkrunde sprach ESP-Geschäftsführer Hartmut Spiesecke mit Mareike Müller vom Handelsblatt und Hendrik Lehmann vom Tagesspiegel Innovation Lab über neue Formen, Recherchekooperationen und Bürgerjournalismus für die Wirtschaftspublizistik der Zukunft.

Der Abend klang in der wundervollen Rotunde der Tonhalle Düsseldorf aus, musikalisch intensiv begleitet von Isabel und Micha (Gesang und Geige sowie Gitarre).

Anfang 2021 haben Journalistinnen und Journalisten sowie Redaktionen mehr als 600 Beiträge für den Wettbewerb eingereicht. Daraus bestimmten die Jurys in einem zweistufigen Auswahlverfahren die Preisträger. Die Jurys setzen sich aus Journalisten und Wirtschaftsvertretern zusammen. Die Preissumme beträgt in diesem Jahr insgesamt 44.000 Euro.

Der renommierte Ernst-Schneider-Preis für herausragenden Wirtschaftsjournalismus wird gestiftet von den deutschen Industrie- und Handelskammern. Er zeichnet journalistische Beiträge aus, die wirtschaftliche Zusammenhänge allgemein verständlich vermitteln und durch Relevanz, Recherche sowie Erzähltechnik herausragen.

Die Preisträger mit Videopräsentationen und Erläuterungen werden hier präsentiert: https://preistraeger21.ernst-schneider-preis.de/
Eine neue Webseite informiert über den Ernst-Schneider-Preis und seinen Namensgeber Ernst Schneider: https://jubilaeum.ernst-schneider-preis.de/ . Webmaster ist Hartmut Käse, Berlin.
Aktuelle Fotos von der Veranstaltung können ab Freitag 11 Uhr unter folgendem Link heruntergeladen werden: https://ernst-schneider-preis.de/ernst-schneider-preis/preisverleihungen/

Die Ernst-Schneider-Preisträger 2021 sind:

Audio
Felix Holtermann, Ina Karabasz, Regina Körner, (Red Sebastian Matthes), Handelsblatt: Handelsblatt Crime – Der Fall Wirecard (Podcast 12 Teile)

Video
Lukas Augustin, Vanessa Schlesier, (Red. Wolfgang Aull), ZDF: Saubere Autos, schmutzige Batterien – Kobaltabbau im Kongo

Klartext
Jan Diesteldorf, Christoph Giesen, Lena Kampf, Klaus Ott, Jörg Schmitt, Katja Riedel, Meike Schreiber, Nils Wischmeyer, (Red. Klaus Ott), Süddeutsche Zeitung: Das Wirecard-Protokoll: Zehn Tage im Juni

Multimedia
Paul Blickle, Fabian Dinklage, Annick Ehmann, Elena Erdmann, Maria Mast, Moritz Klack, Julian Stahnke, Julius Tröger, Claudia Vallentin; (Red. Julius Tröger), Zeit Online in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institur für Chemie: So schnell verbreitet sich das Coronavirus in Innenräumen

Starterpreis
Stefan Sommer, Bayerischer Rundfunk

Sonderpreis
Miriam Meckel für das Projekt ADA
www.join-ada.com

Für Rückfragen:
Dr. Hartmut Spiesecke
Geschäftsführer des Ernst-Schneider-Preis e.V.
Mobil: 01724356235