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24 Nominierungen für besten Wirtschaftsjournalismus

Im Wettbewerb des von den Industrie- und Han­delskammern gestifteten Ernst-Schneider-Preises stehen die Nomi­nierun­gen fest. Prominent besetzte Jurys wählten aus Fernsehen, Hör­funk, Online und Print insgesamt 24 Beiträge aus. Die nominierten Beiträge greifen gesellschaftlich relevante Themen auf. Sie ragen heraus, weil sie wirtschaftliche Zusammenhänge ebenso spannend wie unterhaltsam und allgemein verständlich vermitteln. Am 20. Oktober geben die Juroren die Gewinner des Ernst-Schneider-Preis 2015 bekannt. Die Verleihung findet aus Anlass des 350. Geburtstages der Handelskammer Hamburg statt. Sie wird von Jörg Thadeusz moderiert. Der offizielle Twitter-Hashtag lautet #esp15.
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Das ganze Bild zeigen

Stellungnahme zur Entwicklung der Wirtschaftsberichterstattung 2015

Die Griechenlandkrise zeigt ein Problem der Wirtschaftsberichterstattung. Die Menschen bekamen über alle Medien so viele Informationen wie noch nie, aber was in Griechenland wirklich geschah, verstanden sie meist nicht. Es war, als hätte man ein riesiges Puzzle über Deutschland ausgeschüttet. Doch wenn man die einzelnen Teile ineinander legte, fehlten entscheidende Stücke und zahlreiche wiederholten sich. Ein Bild war nicht erkennbar. Das kann daran liegen, dass Journalisten naheliegende Fragen nicht stellten. Zum Beispiel die Fragen woher die Schulden rührten und warum die Griechen ihren Staat nicht reformieren. Journalisten befassten sich kaum mit der Geschichte Griechenlands, ergründeten selten die Einstellung der Menschen zum Staat und fragten nicht nach ihrer Haltung zur Wirtschafts­ordnung. Sie unterschätzten den Einfluss von mentalen Barrieren, orthodoxer Kirche und Kommunistischer Partei. Stattdessen berichteten sie ausführlich von Sparvorgaben der EU („Brüssel verlangt Rentenkürzungen“), hielten leicht auffindbare, populäre Teile des Puzzles hoch und deckten damit nur einen Teil der Realität auf.

Die Berichte über das Freihandelsabkommen TTIP zeigten ein ähnliches Bild: Chlorhühnchen und Beiträge über Proteste gegen das Freihandelsabkommen überlagerten regelmäßig eine umfassende Information. Dies deutet auf ein generelles Problem bei komplexen Wirtschafts­themen hin. Es scheint, als wachse die Differenz zwischen den Nachrichten, die die Menschen mitbekommen, und den Nachrichten, die die Menschen verstehen (Gäbler, Anspruch und Wirklichkeit der Politikmagazine, Juni 2015).

Viele Wirtschaftsjournalisten sind mit der Bericht­erstattung nicht zufrieden. In einer aktuellen Umfrage des Ernst-Schneider-Preis sagen fast zwei Drittel der 179 Befragten, dass Journalisten generell die Bedeutung von Wirtschaft für die gesellschaftliche Entwicklung unterschätzen. Zum anderen verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen und es fehle an Sendeflächen – gerade im Fernsehen und im Hörfunk. Die Befragten beklagen eine ausufernde Verbraucherberichter­stattung, eine Tendenz zur Vereinfachung und Skandalisie­rung sowie ein Denken in Schubladen. Zu oft ersetze die Personalisierung die Sachrecherche mit der Folge, dass Einzel­schicksale übergewichtet werden. Zudem werde auf Innovationen, Erfolge und den Mittelstand zu wenig eingegangen.

Die Stellungnahme der Industrie- und Handelskammern will einen Anstoß zur Entwicklung der Wirtschaftsbericht­erstattung geben. Sie stützt sich auf Studien, Medienbeobachtung und die Auswertung von über tausend Wirtschaftsbeiträgen, die zum Ernst-Schneider-Preis 2015 eingereicht wurden. Die IHKs stiften den Preis seit 44 Jahren. Ihr Ziel ist, dass die Menschen über Hintergründe und Zusammenhänge der Wirtschaft verständlich informiert werden.

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Medienbrief 3/15

Crowd für Juroren

Bei den diesjährigen Vorjurys des Ernst-Schneider-Preises machten die Juroren Entdeckungen. Neu war für sie das Thema Crowdwork, die anonyme und wachsende Arbeit am Computer, über die ein Radiofeature berichtete. In Erinnerung blieben die Geständnisse eines Börsenhändlers in einem leerstehenden Frankfurter Bankgebäude und Einblicke in die Fortschritte der Elektromobilität. Glossen stachen hervor, zum Beispiel zur Sharing Economy. An TTIP, dem Handelsabkommen mit den USA, rieben sich die Autoren in unterschiedlichen Formaten. Die Internet-Vorjury überzeugte die Idee, per Crowd-Funding Geld für eine GPS-gestützte Suche aufzubringen, die die Spur entsorgter Fernsehgeräte nach Westafrika verfolgt.

Fear the economic textbook

Den schon legendären Streit der beiden Wirtschaftswissenschaftler Friedrich August von Hayek und John Maynard Keynes um die beste Wirtschaftspolitik greift ein Rapper-Video der Chicagoer Universität auf. Der Österreicher Hayek vertraute auf die Effizienz der Märkte, Keynes, der Engländer, begründete, warum der Staat in Wirtschaftsprozesse eingreifen sollte. Die Studierenden fragen in dem Video nach den Effekten auf die Gesellschaft.

Das Junge Angebot

Der von ARD und ZDF geplante Jugendkanal soll Mitte 2016 online gehen. Anders als geplant wird das Programm nur im Internet zu empfangen sein. Die öffentlich-rechtlichen Sender hatten ursprünglich einen Multimedia-Auftritt für 14- bis 29-Jährige in Fernsehen, Radio und im Netz geplant. Für das Programm mit dem wenig inspirierenden Namen „Das Junge Angebot“ stellen ARD und ZDF ihre Digitalkanäle EinsPlus und ZDFkultur ein. Das werbefreie Programm soll die Beteiligung am gesellschaftlichen Diskurs fördern. Die private Medienwirtschaft hat sich auch aus Rechtsgründen gegen den Jugendkanal als reines Internetangebot ausgesprochen.

#merkelschwanger

2015 Böhmermann Periscope„Periscope“ heißt eine neue App, die Online-Fernsehen in der Apple-Welt ermöglicht. Nutzer können ihr eigenes Programm senden. Sie brauchen einen Internetzugang und eine Kamera, zum Beispiel die eines Smartphones. „Periscope“, das kürzlich von Twitter gekauft worden ist, funktioniert ähnlich wie Skype – mit dem Unterschied, dass sich eine beliebige Anzahl von Empfängern einschalten kann. ZDF-Moderator Jan Böhmermann nutzt die Livestreaming-App, um mit seinen Zuschauer in Kontakt zu treten. Das Programm erlaubt jedem Nutzer, Kommentare abzusenden, die auf den Bildschirmen aller Zuschauer eingeblendet werden (siehe Foto). Daraus ergibt sich ein Strom von spontanen Äußerungen. In der „Hash Tag-Konferenz“ von Böhmermann am 29. April konnten Zuschauer Schlagworte vorschlagen, die per Twitter als Hashtags verbreitet werden sollten. 500 User einigten sich mit der Redaktion auf den Hashtag #merkelschwanger. Eine Stunde später war das Schlagwort bei Twitter in den Trends zu finden. Während die Zuschauer bei der Probe zu Böhmermanns Neo Magazin Royale zusahen, reagierte Böhmermann auf die Kommentare der Nutzer. Periscope wird auch von Unternehmen genutzt. Bosch hat zum Beispiel die Besichtigung einer Ausstellung live gestreamt. Die Zuschauer konnten Fragen zu einzelnen Produkten stellen, als ob sie vor Ort dabei wären.

Fernsehen beherrscht Werbemarkt

Um vier Prozent ist im vergangenen Jahr der Werbemarkt gewachsen. Er wird vom Fernsehen dominiert, das 46 Prozent der Gelder bekommt. Bis etwa 2009 waren die Ausgaben für Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften größer; der Printanteil liegt heute bei 30 Prozent. Während die Radiowerbung konstant sechs Prozent ausmacht, steigen die Ausgaben für Internet-Werbung. Sie erreichen mittlerweile elf Prozent. Die Statistik erfasst jedoch das Suchmaschinenmarketing von Google und Co nicht. Die umsatzstärkste Branche im deutschen Werbemarkt waren die Autohersteller, danach kommt die Werbung für Online-Angebote – auch im Medium Fernsehen.

Die Welle für Denker und Entscheider

2015 made for minds

„DW News“ heißt das neue englischsprachige Programm der Deutschen Welle. Der Auslandssender wendet sich künftig stärker an „internationale Entscheider“. Dazu passt der neue Slogan „Made for Minds“, den man mit „Gemacht für Denker“ übersetzen kann.

Roter Doppelpunkt

WirtschaftsWoche-Chefredakteurin Miriam Meckel hat ihre Zeitschrift inhaltlich und gestalterisch überarbeiten lassen. Neues Erkennungszeichen der WiWo ist ein großer, roter doppelter Punkt im Titel. Das Wirtschaftsmagazin erscheint nun bereits freitags.

Platz 1 der Hashtags

2015 digital cologne 2015René Obermann, bis vor kurzem Chef der Telekom, prognostiziert für die kommenden Jahre große Umbrüche in der Wirtschaft. Auf auf dem von der IHK Köln organisierten „Digital Talk“ sagte er, dass das mobile Internet das Verhältnis zwischen Unternehmen und Kunden radikal verändern werde. Um die Anpassung zu schaffen, müssten Firmen „paranoid“ gemanagt werden. Das Gespräch moderierte Ernst-Schneider-Preisträger Richard Gutjahr. Bei Twitter kam #digitalk auf Platz eins der deutschen Hashtags.

Tütenwunder in Schwerte

Die IHK Dortmund vergab durch Sebastian Kehl von Borussia Dortmund den Schulpreis Wirtschaftswissen. Gewinner war die Friedensschule in Hamm mit ihrem Projekt „Culture Club“, den Schülerinnen und Schüler in eigener Regie führen. Dem zweiten Platz erhielt ein Gymnasium in Dortmund für die Schülerfirma „Student Style“. Dritter wurde das „Tütenwunder“. Die Schülerfirma aus Schwerte verkauft Geschenktüten mit Überraschungen für Kinder.

Kinderbote im Schwarzwald

29 deutsche Zeitungen versuchen mit Angeboten für Kinder perspektivisch Leser zu gewinnen. Der Schwarzwälder Bote hat mit Partnern sogar einen „Kinderboten“ konzipiert, der zum Preis von 8,90 Euro monatlich abonniert werden kann. Dass sich mit diesen Formaten auch Wirtschaftswissen vermitteln kann, bewies im vergangenen Jahr Antonia Bauer, die für einen Artikel aus „Dein Spiegel“ den Ernst-Schneider-Preis gewann.

Medienbrief 2/15

Neues Nachrichtenformat „heute+“

H+Das ZDF testet auf Facebook und Twitter ein neues Nachrichtenformat mit Namen „heute+“. Zu aktuellen Themen gibt es kurze Videos, Fakten und Grafiken. Musik und Sounds unterstützen die visuelle Gestaltung. Die Redaktion betrachtet die Seite als Angebot. Sie will mit Meinung aus dem Netz das Format weiterentwickeln.


Springer startet Politico.eu

In einem Newsroom mit vierzig Journalisten produziert Springer in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Politik-Plattform Politico in Brüssel seit kurzem „Politico.eu“. Zielgruppe sind Politik, Berater, Lobbyisten und Unternehmen. Neben einer Webseite, die werbevermarktet wird, gibt es einen Newsletter, der am frühen Morgen die Agenda für den Tag in Brüssel nennt. Im Sommer soll ein Abo mit Informationen zu regulatorischen und politischen Diskussionen in Europa starten. Die Preise für die verschiedenen Newsletter beginnen in den USA je nach Organisationsform des Kunden mit 6.000 Dollar. Eine wöchentliche Printausgabe soll das Angebot ergänzen. Die Startauflage beträgt 30.000 Exemplare. Das Jahresabo kostet 199 Euro, wichtige Entscheider bekommen das Heft umsonst.


Frust über die Wirtschaftsberichterstattung

Wie tickt Deutschlands Wirtschaftselite? Das Göttinger Institut für Demokratieforschung kann nach Interviews mit 160 Managern, Geschäftsführer und Unternehmern die Frage beantworten. Eine wichtige Erkenntnis: Alte Feindbilder existieren nicht mehr. Das gilt für Gewerkschaften wie für die SPD. Im Gegenteil: Als Vorbild gilt der bislang letzte sozialdemokratische Bundeskanzler, Gerhard Schröder, wegen seiner als mutig empfundenen Umsetzung der Agenda 2010. Politisch vermissen die meisten die Beschäftigung mit Zukunftsfragen wie dem demografischen Wandel. Sie kritisieren verbreiteten Neid in der Gesellschaft und ihre als permanent erachtete öffentliche Beobachtung. Das Verhältnis zu den Medien ist belastet. Die meisten Unternehmer kritisieren die Berichterstattung als nicht immer sachkundig, zudem als „skandalisierend“ und „pauschalisierend“. Viele scheinen den Glauben an Qualitätsjournalismus verloren zu haben. Die Studie wurde vom Mineralölkonzern BP in Auftrag gegeben.


WDR #3sechzich
WDR #3sechzich: Neue Newsformate im Netz
Öffentlich-rechtliche Nachrichten für junge Leute produ­ziert neben dem ZDF jetzt auch der Westdeutsche Rundfunk. Der WDR nutzt dazu den YouTube-Kanal #3sechzich. Der Name soll den Blickwinkel auf die Welt verdeutlichen – 360 Grad. Das Format funktioniert auch auf Facebook und Twitter. Es will die Themen des Tages mit „Meinungsfreude, Empathie und Haltung“ vermitteln. Die Videos widmen sich auch Themen aus der Wirtschaft wie Datenschutz, Jugendarbeitslosigkeit und Finanzen.


Zeitschriftenmarkt immer vielfältiger

Zeitschriften PixabayIm Jahr 2014 stieg der Umsatz der hiesigen Zeitschriftenverlage um 1,7 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Die Unternehmen beschäftigen mehr als 60.000 Mitarbeiter und erwarten 2015 ein leichtes Umsatzplus. Die Verlage brachten im vergangenen Jahr 133 gedruckte Zeitschriften neu heraus. Für Anzeigen und Vertrieb prognostizieren die Befragten einen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent und 1,9 Prozent. Die digitalen Erlöse sollen aber um zehn Prozent  steigen.


Überregionale Zeitungen verlieren

Kleine Auflagengewinne registrierten im ersten Quartal 2015 Spiegel und Focus, die ihren Erscheinungstermin auf den Samstag gelegt haben. Besser schnitt der Stern ab (plus 6,5 Prozent). Nach den neuen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) verzeichneten die überregionalen Tageszeitungen deutliche Einbußen. Bild verlor neun Prozent verkaufte Auflage, die Süddeutsche Zeitung sechs, die FAZ zwölf und die Welt sechs Prozent. Gleichzeitig stiegen die Online-Reichweiten. Bei der Wirtschaftspresse sehen die Zahlen besser aus: Capital, Brand eins, Manager Magazin und Enorm verkauften im Vergleich zum Vorjahresquartal zwischen einem und fünf Prozent mehr Zeitschriften.
Rach coacht Restaurantgründer

RachAb dem 26. Mai zeigt das ZDF eine neue Gründershow mit dem Sternekoch Christian Rach. Die Sendung heißt „Rach und die Restaurantgründer“, vier Folgen sind geplant. Ein ähnliches Format von Kabel eins wollten wenige Zuschauer sehen. Es hieß „Restaurant Startup“ und wurde nach zwei Folgen aus der Primetime genommen. Rach gewann mit der Sendung „Die Restaurantschule“ und einer Ausgabe des „Restauranttesters“ 2009 und 2011 den Ernst-Schneider-Preis für Wirtschaft in der Unterhaltung.


„Zeit Online“ mit schwarzen Zahlen

Die Zeit konnte im vergangenen Jahr in der Verlagsgruppe ihren Umsatz um acht Prozent auf 180 Millionen Euro steigern. Auf das Kerngeschäft entfielen 120 Millionen Euro. Die Wochenzeitung wuchs dabei um ein Prozent, die Magazinfamilie um vier Prozent. Zufrieden ist man mit den digitalen Umsätzen, die ein Plus von 29 Prozent aufweisen. „35.000 Leser haben ein Digital-Abo. Zeit Online“ konnte zum Ende des Jahres die roten Zahlen hinter sich lassen und erreichte den Break-Even.


Zu Gast bei Merkur

Beim „Merkur-Treff“ der Handelskammer Kiel, der traditionellen Begegnung zwischen Journalisten und Unternehmern, wird es in diesem Jahr auch um das Bild gehen, das Journalisten von Wirtschaft haben. Eine Untersuchung des Rheingold Instituts, vom Ernst-Schneider-Preis initiiert, bietet den inhaltlichen Rahmen.


Rasterfahndung per Handy

Rasterfahndung Handy Pixabay
Die Nachrichtenredaktion des in Köln ansässigen Deutschlandfunk ist seit diesem Jahr Partner der „Initiative Nachrichtenaufklärung“. Dieser Zusammenschluss von Medienwissenschaftlern und Journalisten will die Öffentlichkeit auf Themen aufmerksam machen möchte, die von den deutschen Medien tendenziell vernachlässigt werden. Die Initiative verfasst dazu ein Ranking. Zu den Top Ten zählen nach Ansicht der Initiative Verkaufte Links, Undurchsichtige Finanzen politischer Stiftungen, Datensammlungen privater Firmen oder Rasterfahndung per Handy.

 

Download Medienbrief 2/15

Medienbrief 5/14

14-05-01Neun Mal bester Wirtschaftsjournalismus
Eine glänzend aufgelegte Maybrit Illner moderierte in der Media City Leipzig die Verleihung des Ernst-Schneider-Preis 2014. 400 Gäste waren im Studio, noch einmal 600 sahen den Livestream. Karola Wille, die Intendantin des MDR, Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, Michaela Kolster, Phoenix-Chefin und unter anderem Hans Leyendecker zeichneten die Gewinner in neun Kategorien aus.

In der Höhle des Löwen
Das Gründer-Format „Die Höhle der Löwen“ war ein Erfolg. Zwei Millionen Zuschauer sahen die achtteilige Staffel um 20.15 Uhr bei Vox. Dem Sender bescherte die Wirtschaftsshow einen überproportional großen Marktanteil. In der Sendung präsentierten Kandidaten ihre Geschäftsideen und gaben Einblicke in ihre Kalkulationen. Das lud zum Mitentscheiden ein und war spannend, denn die Investoren engagierten sich mit eigenem Geld.

„Schreiberling“ für junge Leser
Der 19-Jährige Simon Grothe will mit seiner Redaktion Tagesspiegel.de-Lesern die Welt seiner Generation näher bringen – und in Teilen auch mit bestehenden Klischees aufräumen. Der Blog des Tagesspiegel heißt „Schreiberling“. In ihm geht es um Politik, Konzerte, Filme und das Berliner Stadtleben. Autoren berichten von Auslandsreisen oder ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr. Unterstützt wird die junge Redaktion von Tagesspiegel-Redakteuren.

Tageszeitungen öfter digital
Immer mehr Leser beziehen ihre Tageszeitung als ePaper und lesen sie auf Tablet oder Handy. Die digitalen Auflagen aller Verlage wachsen – wenn auch von einer geringen Basis. Den größten Zuwachs verbuchten im letzten Jahr Die Welt, der Südkurier, die Rheinische Post und das Handelsblatt, wie das Medienmagazin Meedia ermittelte. Die Nummer 1 der ePaper heißt Süddeutsche Zeitung mit 30.000 verkauften Abonnements, fast gleichauf liegt die F.A.Z. vor Bild. Stärkste Regionalzeitung ist der ePaper-Pionier sh:z. Die schleswig-holsteinische Zeitungsgruppe verkauft 21.000 Abos.

Der Ernst-Schneider-Preis twittert
Der Ernst-Schneider-Preis ist ab sofort unter www.twitter.com/espreis auf dem Mikro-Blogging Dienst Twitter zu finden. Getwittert werden Links zu aktuellen Pressemitteilungen, Informationen zum laufenden Wettbewerb und zur Preisverleihung sowie Hinweise auf interessante Berichterstattungen im Wirtschaftsjournalismus. Wir laden alle Twitter-Nutzer ein, uns unter @espreis zu folgen.14-05-02


Was WISO kostet

Das ZDF hat die Kosten seiner Sendungen veröffentlicht. Pro Fernsehfilm, von denen jedes Jahr hundert produziert werden, entstehen Kosten von 1,4 Millionen Euro. Talkshows kosten bis zu 107.000 Euro. Für die Sport-Berichterstattung wendet das ZDF 227 Millionen Euro im Jahr auf. Vergleichsweise preiswert ist die Produktion des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „WISO“. Jede Sendung kostet 105.000 Euro.

Ein Land im Stillstand
14-05-03Günter Ederer, mehrfach mit dem Ernst-Schneider-Preis ausgezeichneter Journalist, hat mit Gottfried Ilgmann „Deutschland im  Stau“ ge­schrieben. Das Buch belegt den Verfall der Infrastruktur und rechnet nach, was das tägliche Verkehrschaos kostet. (Berlin-Verlag 19,99 Euro)

 

Unternehmen in Bewegung
14-05-04Die ehemalige Handelsblatt-Journalistin Petra Blum hat ein faszinierendes Buch über die Antworten geschrieben, die Unternehmen auf den gesellschaftlichen Wandel geben. „Mitarbeiter motivieren  und  Kunden  begeistern“ (Haufe-Verlag 29,95 Euro) nennt Beispiele, gibt Tipps, ist informativ und obendrein unterhaltsam.

 

Globales digitales Handelsblatt
Seit Anfang September gibt es eine Global Edition des Handelsblatt, die mit 20 Mitarbeitern in Berlin produziert wird. Die digitale Zeitung erscheint montags bis freitags um sechs Uhr New Yorker Zeit. Das ePaper wendet sich an ein internationales Publikum, das sich für die deutsche Wirtschaft, die Politik der Bundesregierung sowie die währungspolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank interessiert. Eingeführt wird die US-Ausgabe zum Jahres-Abo-Preis von 149,99 Euro.

Neue Netzgeschichten
2010 gründeten Xavier Damman und Burt Herman das Portal storify.com. Die Seite sammelt anhand von Suchbegriffen Informationen von Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube. Die Inhalte lassen sich thematisch zu Geschichten bündeln und können um eigene Texte ergänzt werden. Nach eigenen Angaben hat die Seite über eine Million Nutzer, darunter die BBC. In Deutschland gehören unter anderem „Bild“ und „Rhein-Zeitung“ zu den Nutzern.

Digitaler Journalismus
Die Landesanstalt für Medien (LfM) in Nordrhein-Westfalen hat die Studie „Digitaler Journalismus“ vorgelegt. Die Kernsätze lauten:

  • Nie hatten Journalisten und Redakteure intensiveren Publikumskontakt.
  • Kürzere Texte machen noch keinen mobilen Journalismus aus.
  • Soziale Netzwerke dienen dem Marketing, ergänzen den regulären Vertriebsweg und schaffen Community.
  • Das Publikum wird den Journalismus nicht ersetzen, da der Großteil der Nutzer nie dauerhaft in eine Produzentenrolle schlüpfen wird.
  • Sortierender, einordnender Journalismus bleibt unentbehrlich – obwohl Medien ihre frühere Informations- und Deutungshoheit verlieren und sich sogenannte Content-Parallelwelten herausbilden.

Radioplayer.de geplant
140 private Sender bereiten einen bundesweiten Radio-Onlineplayer vor. Initiator Hans-Dieter Hillmoth (FFH) verspricht Nutzern, den Radioempfang auf mobilen Geräten so einfach wie möglich zu gestalten. Eine Beteiligung der ARD mit ihren rund 80 Haupt- und Sonderprogrammen wird angestrebt. Mit radioplayer.de versucht die Branche nach englischem Vorbild eigene Marken intensiver zu nutzen. Im Netz konkurrieren Sender mit Streaming-Angeboten privater Plattformen, Musik-Diensten wie Spotify und Deezer sowie Musikkonzernen.