Medienbrief 4/15

PreissymbolShortlist 2015 veröffentlicht

Aus über tausend Einreichungen zum Ernst-Schneider-Preis haben im Frühjahr zehn Vorjurys, besetzt mit Chefredakteuren und Ressortleitern, die besten Wirtschaftsbei­trä­ge ausgewählt. Unter diesem Link finden Sie die Shortlist, aus der im Laufe des Sommers fünfköpfige Jurys die Entscheidungen treffen. Die Nominierungen zum Ernst-Schneider-Preis 2015 erfolgen am 25. September. Die Preise werden am 20. Oktober in der Handelskammer Hamburg verliehen.

Einzelschicksale übergewichtet

Interview179 Journalisten gaben in einer Umfrage des Ernst-Schneider-Preises eine Einschätzung zur Lage des Wirtschaftsjournalismus. Viele sehen die Entwicklung der Branche mit Sorge. Hier einige der (selbst)-kritischen Kommentare:

„Im Bemühen um Lesernähe übernehmen Journalisten gern nicht nur die Perspektive, sondern auch die Meinung des Normalverbrauchers. Damit betätigt man sich als Meinungsverstärker, bleibt aber Erklärungen und Einordnungen des Geschehens schuldig.“

„Angesichts der schwierigen ökonomischen Lage der Medien fehlen Ressourcen für Qualität – und die öffentlich-rechtlichen Sender, die mehr Geld haben, setzen es nicht richtig ein.“

„Verstärkt wird die Entwicklung auch von den Journalisten selbst, die aus unterschiedlichen Gründen zunehmend Einheitsbrei produzieren, der vornehmlich der Erzeugung von Aufmerksamkeit und von Empörung dient.“

„Auf Innovationen, Erfolge und den Mittelstand wird zu wenig eingegangen.“

„Der Trend ist der Zeit geschuldet: Zu wenig Hintergrund, zu sehr Social-Media-kompatible Plattheiten und All­gemein­plätze; viel zu wenig Fachwissen vieler Kollegen, die von ihren Redaktionsleitern und Geschäftsführern nur auf Klicks und Schnelligkeit getrimmt werden.“

„Zu wenig kritische Reflexion des Handelns der Verantwortlichen.“

„Fachredaktionen spielen eine geringere Rolle, Autoren-Pools treten an deren Stelle – zur Freude der PR-Leute.“

„Digitale Themen werden immer wichtiger, aber viele Redaktionen haben den Schwerpunkt auf den seit Jahren gewohnten Themen.“

„Vor allem im Fernsehen – auch bei den öffentlich-recht­lichen Sendern – wird verkürzt und einseitig berichtet.“

„Versuchen Sie mal eine Reportage in einem Unternehmen zu machen und Sie werden auf Betonwände stoßen, wenn Sie einen auch nur annähernd kritischen Ansatz haben.“

„Es wird immer noch zu kompliziert berichtet, gerade wenn es um komplexe Themen wie TTIP geht.“

„Personalisierung ersetzt Sachrecherche, Einzelschicksale werden übergewichtet.“

„Wirtschaft wird von weiten Teilen des Journalismus noch immer verteufelt – besonders ausgeprägt bei jenen, die für öffentlich-rechtliche Sender arbeiten.“

Spiegel Online überholt Bild

Wer sich mobil auf Handy oder Tablet über das Tagesgeschehen informiert, tut dies am ehesten auf Spiegel Online. Die Nachrichtenseite überholte 2015 Bild.de. Ebenfalls stark genutzt sind Focus Online, Die Welt, stern.de und n-tv. Zeit Online, Huffington Post und Handelsblatt machten Boden gut. (Quelle: AGOF, die die Reichweite von tagesschau.de und heute.de nicht misst.)

Rosinenpicker sind online

2015 Pocketstory
Der Online-Kiosk Pocketstory bietet gegen Entgelt digitale Lesestücke an. Die Artikel aus Tageszeitungen und Zeitschriften kosten 39 Cent bis 1,99 Euro. Das Hamburger Start-up will für seine Nutzer „die Rosinen aus Heften und Büchern picken“. Pocketstory listet zehn Rubriken auf, z. B. Politik, Wirtschaft, Reise oder Crimestories.

Gefragte E-Paper

Die E-Paper-Auflage der Zeitungen ist nach Aussage des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger innerhalb eines Jahres um 30 Prozent von 564.000 auf 733.000 angestiegen. Bei überregionalen Titeln liegt der Anteil der E-Paper-Auflagen bereits bei über zehn Prozent.

Zwei Themen pro Sendung

In den vergangenen drei Jahren hat sich das Informationsangebot der fünf großen Fernsehsender ARD, ZDF, RTL, Sat.1 und ProSieben weiter verschoben. Während ARD und ZDF jeden Tag konstant 120 bzw. 110 Minuten Nachrichten sendeten und RTL bei 73 Minuten blieb, reduzierten SAT.1 sein Nachrichtenangebot leicht auf 30 und ProSieben auf zwölf Minuten am Tag. Udo Michael Krüger, der für das IFEM Institut die Daten auswertete, zählte in den Nachrichtensendungen von ProSieben nur zwei bis sechs Themen an einem Tag.

„heute-show“ verpasst?

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) hat erstmals Ranglisten der meistabgerufenen Videostreams großer Sender erstellt. In der ARD riefen bis zu 340.00 Zuschauer eine „Tatort“-Folge ab. Im ZDF führt die „heute-show“ mit maximal 200.000 Abrufen, bei ProSieben „Joko gegen Klaas“, bei RTL „Bauer sucht Frau“. Die Abrufe erfolgten meist mobil, denn von den relativ wenigen internetfähigen Fernsehern ist wegen des technischen Aufwands nur jeder zehnte ans Netz angeschlossen (Media Perspektiven 3/2015).

Kompetenztage für Qualitätsjournalismus

Jürgen Seitz, leitender Wirtschaftsredakteur Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk, will das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge vertiefen. Der auch als Dozent tätige Journalist hat dazu ein Seminar entwickelt. Die „ifo-Kompetenztage für Qualitätsjournalismus“ haben mit dem Bayerischen Rundfunk, der Deutschen Journalistenschule und dem Münchener ifo-Institut prominente Unterstützer. Am 13./ 14. November wird zum ersten Mal ein Workshop für Nachwuchsjournalisten und Redakteure angeboten, der anhand praktischer Fallbeispiele Fehler der Berichterstattung zum Beispiel bei Statistiken und Rankings nennt, Hintergründe erklärt und Praxistipps gibt. Das Seminar ist für die Teilnehmer kostenlos. Es findet in den Räumen des ifo-Instituts statt und beinhaltet auch ein „Kamingespräch“ mit Prof. Hans-Werner Sinn. Näheres: Juergen.Seitz [at] br.de

Unsichere Jobs

2015 JournalistWas haben Holzfäller und Zeitungsjournalisten gemein? Ihre Jobs sind nicht erfolgversprechend. So jedenfalls das Ergebnis einer Untersuchung, die das US-amerikanische Karriereportal CareerCast.com gemacht hat. CareerCast prüfte anhand von Arbeitsumgebung, Stress, Einkommen und Perspektiven welche Jobs zukunftsträchtig sind. Während Mathematikern und Gehörspezialisten prächtige Zukunftsaussichten attestiert werden, schneiden unter 200 Berufen Printjournalisten am schlechtesten ab.

Shortlist Ernst-Schneider-Preis 2015

Aus über tausend Einreichungen zum Ernst-Schneider-Preis haben im Frühjahr zehn Vorjurys, besetzt mit Chefredakteuren und Ressortleitern, die besten Wirtschaftsbeiträge ausgewählt. Hier finden Sie die Shortlist. Sie ist in Fernsehen, Hörfunk, Print und Internet gegliedert. Im Laufe des des Sommers treffen die unten genannten Jurys endgültige Entscheidungen. Die Nominierungen zum Ernst-Schneider-Preis 2015 geben wir mit einer Pressemitteilung am 25. September bekannt. Die Preisverleihung findet am 20. Oktober in der Handelskammer Hamburg statt. Jörg Thadeusz wird die Verleihung moderieren.

 

 

Fernsehen

 

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „Geld regiert die Welt“: Dr. Tilman Achtnich, Hanspeter Michel, ARD/SWR
2. „Die Macht der Daten“: Katharina Adick, Mike Schaefer, Ulrich Grünewald, Hubert Filser, Ingo Knopf, WDR
3. „Master Of The Universe“: Marc Bauder, ARTE / hr / SWR
4. „Die Große Samwer-Show – Die Milliarden-Geschäfte der Zalando-Boys“: Christian Esser, Birte Meier, ZDF
5. „Die Aldi-Story – Karl und Theo Albrecht“: Dr. Manfred Oldenburg, ZDF
6. „Akte D – Die Macht der Stromkonzerne“: Florian Opitz, ARD/WDR
7. „Fährt Auto-Deutschland vor die Wand?“: Peter Ruppert, Jo Schück, Michael Strompen, ZDF
8. „Die GPS-Jagd“: Christian Salewski, Felix Rohrbeck, NDR
9. „Die Maschen der Banken – Fragwürdige Geschäfte mit Zinsen und Gebühren“: Jan Schneider, Maja Helmer, ZDF

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „Investitionsschutz – Mehr Macht für Unternehmen?“: Conny Crumbach, Leo Leowald, WDR
2. „Share Economy“: Sven-Oliver Durke, Jesko Friedrich, ARD/NDR
3. „Der Staubsaugerstreit“: Gudrun Kirfel, ARD/WDR
4. „Frankreich: Wege aus der Krise“: Markus Preiß, ARD/WDR
5. „Erfolg in Deutschland, Niedergang in Frankreich“: Manuela Siegert, SRF
6. „Realer Irrsinn – Autozug auf der Straße“: Daniel Sprenger, NDR
7. „Gefälschte Medikamente“: Sabina Wolf, ARD/BR
8. „Herzschrittmacher“: Jan Zimmermann, Vanessa Lünenschloss, ARD/BR

Kategorie: Innovation
1. „Die Höhle der Löwen“: Christiane Beeker, Andrea Jajeh, VOX
2. „Gegen den Strich: TTIP“: Christof Boy, Herbert Elias, Michael Grytz, WDR

 

 

Hörfunk

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „Gasrausch im ewigen Eis – Unterwegs auf russischen Gasfeldern jenseits des Polarkreis“: Suzanne Bontemps, Sophie Panzer, DLF / rbb / ORF
2. „Ich – Du – Data: Wie Daten unser Leben verändern“: Hendrik Buhrs, Ulrike Römer, WDR
3. „Tierisch erfolgreich – Das Milliardengeschäft mit der Tierliebe“: Meike von Galen, Alexandra Rank, WDR
4. „Die Zeitverkäuferin Ruth Belville“: Martin Herzog, WDR
5. „Machtzentrum Europäische Zentralbank“: Dr. Klaus-Rainer Jackisch, WDR
6. „Der Waffenmarkt: Wie funktioniert er?“: Maximillian Klein, DLR
7. „TTIP – Transatlantischer Traum oder Ausverkauf der Demokratie?“: Peter Kreysler, DLF
8. „Wer erschafft das Geld? Alternativen zur Bankenmacht“: Beate Krol, SWR
9. „Deutschland, deine Krankenhäuser – Abrechnung mit der Fallpauschale“: Dr. Thomas Liesen, DLF
10. „Unterwegs auf Amerikas einsamster Straße – Die USA in der wirtschaftlichen Sackgasse“: Antje Passenheim, WDR
11. „Kaputte Straßen, marode Brücken – Verfällt unsere Infrastruktur?“, Stefan Schmid, BR
12. „Crowdwork. Vom Entstehen der digitalen Arbeiterklasse“, Dr. Sebastian Strube, BR

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „Erster Aktienindex“: Kay Bandermann, WDR
2. „Opel verlässt Bochum – Ein Werk mit Geschichten „: Olaf Biernat, Jörg Marksteiner, Sebastian Wehner, Jörg Steinkamp, WDR
3. „Demografischer Wandel – Wie gut sind Unternehmen darauf vorbereitet?“: Jens Brommann, Ulrich Czisla, Jennifer Lachman, Lena-Maria Reers, NDR
4. „Aus der Provinz in die Welt“: Kolja Selker, Birgit Becker, Björn Haubrok, Corinna Wegler-Pöttgen, Silvia Münstermann, Doro Blome-Müller, Susanne Körner, Wolfgang Schneider, Arndt Brunnert, WDR
5. „Die Zeitverkäuferin Ruth Belville“: Martin Herzog, WDR
6. „125 Jahre Firma Bahlsen“: Ariane Hoffmann, WDR
7. „Die Macht des Geldes – Was Geld mit uns macht“: Peter Knetsch, Sina Rosenkranz, Andreas Hain, Jan Seidel, Julia Rubin, Tamara Land, Torsten Buschmann, Lena Stadler, SWR

 

 

Print

Kategorie: Wirtschaft in überregionalen Printmedien
1. „Der Sieg der Algorithmen“: Markus Dettmer, Janko Tietz, Der Spiegel
2. „Tödliche Keime“: Kai Biermann, Klaus Brandt, Daniel Drepper, Philip Faigle, Christian Fuchs, Anne Kunze, Haluka Maier-Borst, Stephan Lebert, Daniel Müller, Karsten Polke-Majewski, Sascha Venohr, Fritz Zimmermann, Die Zeit
3. „Kann ich helfen?“: Christian Fuchs, Nora Gohlke, Die Zeit
4. „Ihr ganz persönlicher Preis“: Hannes Grassegger, Das Magazin
5. „Über alle Berge“: Friedemann Kahl, Enorm
6. „Die Ablasshändler“: Marc Neller, Welt am Sonntag
7. „Verdämmt in alle Ewigkeit“: Alexander Neubacher, Sven Becker, Michael Sauga, Ann-Kathrin Nezik, Güven Purtul, Der Spiegel
8. „Absturz“: Lars Reichardt, Lorenz Wagner, SZ Magazin
9. „Wie wär’s mit Gogol, Herr Adorf“: Michael Saur, Der Freitag
10. „Ausgespart“: Mark Schieritz, Wolfgang Uchatius, Die Zeit
11. „Freut euch nicht zu früh“: Lorenz Wagner, Alexander Hagelüken, SZ Magazin
12. „Gib Stoff“: Lorenz Wagner, SZ Magazin

Kategorie: Wirtschaft in regionalen Printmedien
1. „Raus aus Italien ins Land der Hoffnung“: Jürgen Bock, Stuttgarter Nachrichten
2. „Schmutziger Fortschritt „: Tanja Brandes, Peter Seidel, Martin Gätke, Kölner Stadtanzeiger Magazin
3. „Schlüchtern findet innen statt“: lexander Gies, Ulrich Schwind, Tim Bachmann, Uta Grossmann, Sabine Schuchardt, Andreas Ungermann, Hanns Szczepanek, Kinzigtal Nachrichten
4. „Unternehmen in Ostthüringen“: Tino Zippel, Volkhard Oaczulla, Lutz Prager, Jens Voigt, Jana Borath, Angelika Schimmel, Julia Schäfer, Ostthüringer Zeitung
5. „Straße der Industriekultur“: Dietmar Grosser, Thüringer Allgemeine
6. „Der Mindestlohn spaltet die Arbeitswelt der Region“: Tatjana Junker, Matthias Kros, Mannheimer Morgen
7. „Helden des Handels“: Miriam Opresnik, Hamburger Abendblatt
8. „Elbvertiefung – Eine unendliche Geschichte“: Olaf Preuß, Hamburger Abendblatt
9. „Wie der Strompreis entsteht“: Susanne Schulz, Schwäbische Zeitung
10. „Europoly – Privatisierung unter der Troika“: Elisa Simantke, Der Tagesspiegel
11. „Milliarden-Spiel. Der Anleger-Skandal um die Dresdner Finanzgruppe Infinus“: Ulrich Wolf, Tobias Wolf, Sächsische Zeitung
12. „Stadtwerke-Insolvenz in Gera“: Tino Zippel, Ostthüringer Zeitung

Kategorie: Innovation
1. „Auf der Jagd nach dem Schrott“: Carolyn Braun, Marcus Pfeil, Felix Rohrbeck, Christian Salweski, Die Zeit

Kategorie: Förderpreis
1. Philipp Alvares de Souza Soares, Manager Magazin
2. Felix Brumm, enorm
3. Dr. Thomas Domjahn, Südkurier
4. Anne-Sophie Lang, Die Zeit, FAS
5. Meena Stavesand, Schwetzinger Zeitung, Hockenheimer Zeitung

 

 

Internet

 

Kategorie: Wirtschaft Online
1. „Die GPS-Jagd! Was passiert mit unserem Schrott?„: Carolyn Braun, Felix Rohrbeck, Marcus Pfeil, Christian Salewski, Follow The Money
2. „Kredithaie„: David Crawford, Daniel Drepper, David Schraven, Correc!v
3. „Erklärcomics (Was ist Big Data?, Welche Daten sammeln Autos?, Das Freihandelsabkommen, Investitionsschutz – Mehr Macht für Unternehmen?)“: Conny Crumbach, Leo Leowald, WDR
4. „Unser Trinkwasser„: Sven Gantzkow, Peter Schneider, Andrea Kampmann, WDR
5. „Westerfilde – Ein Stadtteil am Abgrund„, Tobias Großekemper, Thomas Thiel, Ruhrnachrichten
6. „Wie eine Katastrophe die Welt verbessert„: Dana Heide, Handelsblatt
7. „Wie geht Wirtschaft?„: Ann-Cathrin Hoffmann, Livia Reidt, ZDF
8. „Secrets of Transformation – Gewinner und Verlierer des Wandels„: Nicolas Martin, Christoph Ricking, Suzanne Cords, Rebekka Drobbe, Sabine Grün, Peter Hille, Simone Hüls, Nancy Isenson, Martin Lichtenberg, Johan von Mirbach, Jan-Philipp Scholz, Peter Steinmetz, Claudia Unseld, Stephanie Zunk, DW
9. „Woher kommt die Bahn?„: Katharina Matheis, Maike Paetzold, Handelsblatt
10. „Multimedia.boerse.ard.de/die-petromove-story„: Daniel Moßbrucker, Jürgen Ackermann, Boerse.ARD.de / PlusMinus
11. „Wie die Medizin dem Geld folgt„, Karsten Polke-Majewski, Philip Faigle, Kai Biermann, Sascha Venohr, Paul Blickle, Zeit Online
12. „Im Schatten der Welt„: Simone Salden, Anne Backhaus, Spiegel Online
13. „Das Quelle-Areal„: Christian Schiele, Franz-Martin Engeser, Bayerischer Rundfunk
14. „Das Fernsehen der Zukunft„: Stefan Schultz, Spiegel Online
15. „Europoly – Privatisierung unter der Troika„: Elisa Simantke, Der Tagesspiegel
16. „Das Ende eines Traums„: Michael Soboll, Conrad von Meding, HAZ
17. „Luxemburg Leaks„: Julia Stein, Jan Lukas Strozyk, Benedikt Strunz, Imke Svensson, NDR
18. „Moderne Lohnsklaven„: Simon Sturm, Ralph Thelen, WDR
19. „Made in Berlin„: Sigrun Traber, Kathrin Heuser, Corinna Visser, rbb
20. „Entwicklung des Immobilienmarktes in Leipzig„: Carolyn Wißing, Christina Schmitt, Wolfgang Amann, Einundleipzig

Kategorie: Innovation
1. „Die GPS-Jagd! Was passiert mit unserem Schrott„: Carolyn Braun, Felix Rohrbeck, Marcus Pfeil, Christian Salewski, Follow The Money

 

 

Jurys

Fernsehen
Susanne Biedenkopf-Kürten, Leiterin Hauptabteilung Wirtschaft, Recht, Soziales, Umwelt, ZDF
Prof. Thomas Kleist, Intendant SR
Prof. Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer Handelskammer Hamburg
Sonja Schwetje, Chefredakteurin n-tv
Dr. Walter Richtberg, Vorstandsvorsitzender Ernst-Schneider-Preis

Hörfunk
Andreas Bartmann, Vizepräses Handelskammer Hamburg & Geschäftsführer Globetrotter
Marzel Becker, Geschäftsführer und Programmdirektor Radio Hamburg
Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin IHK Stade
Joachim Knuth, Hörfunkdirektor NDR
Birgit Wentzien, Chefredakteurin DLF

Print
Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer Die Zeit
Brigitte Fehrle, Chefredakteurin Berliner Zeitung
Lars Haider, Chefredakteur Hamburger Abendblatt
Fritz Horst Melsheimer, Präses Handelskammer Hamburg
Dr. Walter Richtberg, Vorstandsvorsitzender Ernst-Schneider-Preis

Internet
Ute Brüssel, Leiterin Kommunikation DIHK
Dr. Robin Houcken, Geschäftsführer Nordpol+Hamburg Agentur für Kommunikation GmbH
Philipp Jessen, Chefredakteur Online Stern
Juliane Leopold, Chefredakteurin BuzzFeed Deutschland
Burghard Schnödewind, Leiter boerse.ARD.de

Stimmungsbild Wirtschaftsberichterstattung 2015

Online-Umfrage Ernst-Schneider-Preis der IHKs:
Journalisten unterschätzen Wirtschaftsthemen
(zu den grafisch aufbereiteten Ergebnissen der Umfrage)

Aus Sicht von Journalistinnen und Journalisten ist die Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland nicht zufriedenstellend. Die Gründe sehen die Befragten zum einen bei sich und ihren Kollegen, weil die Relevanz von Wirtschaftsthemen für die gesellschaftliche Entwicklung unterschätzt werde. Außerdem unternähmen sie zu wenig, um Themen verständlich zu vermitteln. Zum anderen verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen und es fehle an Sendeflächen – gerade im Fernsehen und im Hörfunk. Dies sind Ergebnisse einer Online-Umfrage des Ernst-Schneider-Preis der IHKs. An ihr haben 179  Journalisten, unter ihnen Chef­redak­teure, teilgenommen. Die vielfältigen Einschätzungen der Befragten ermöglichen einen differenzierten Blick auf den Wirtschaftsjournalismus.

Einig waren sich die Befragten darin, dass in Deutschland Wirtschaftsthemen Kernthemen sind. Diese Ansicht scheint aber nicht von der gesamten Branche geteilt zu werden. Fast zwei Drittel der Befragten sagen, dass Journalisten die Bedeutung von Wirtschaft für die gesellschaftliche Entwicklung unterschätzen.

Zahlreiche Kommentare rief die Frage nach der Qualität der Wirtschaftsberichterstattung hervor. 48 Prozent der Befragten halten sie für gut bis sehr gut. Sie verweisen auf die Etablierung von Rechercheverbünden und beobachten ein Aufkommen von attraktiv gestalteten Erklärstücken „mit echtem Mehrwert, die der interessierte Leser nicht so einfach aus dem Netz zusammengooglen kann“.

Eine Mehrheit (52 Prozent) hält die Berichterstattung hingegen für mittelmäßig bis schlecht. Selbstkritisch beklagt sie eine Tendenz zur Verein-fachung („Das Chlorhuhn ersetzt den sorgsam recherchierten Hintergrundbericht“), eine dominierende Verbraucher- und Nutzwertberichterstattung, einen Trend zur Skandalisierung und ein Denken in Schubladen („Zu wenig Meinungsvielfalt“, „Wirtschaft wird von weiten Teilen des Journalismus immer noch verteufelt.“)

Viele Befragte sagen, dass die Berichterstattung zu sehr auf Dax-Konzerne und auf öffentlichkeitsaffine Unternehmen wie Amazon, Tesla oder Zalando fokussiere, obwohl deren tatsächliche Wirtschaftsleistung in keinem Verhältnis zu ihrer Medienresonanz stehe. Erfolge von Unternehmen würden ausgeblendet, der Mittelstand vernachlässigt. Dieser verschließe sich aber auch immer häufiger einer Berichterstattung, dadurch fehlten Beispiele. Viele Stimmen beklagen eine Vernachlässigung fundierter Hintergrundberichterstattung. „Im Bemühen um Lesernähe übernehmen Journalisten gern nicht nur die Perspektive, sondern auch die Meinung des Normalverbrauchers.“ Damit bestätige man sich als „Meinungsverstärker“, bleibe aber Erklärungen und Einordnungen des Geschehens schuldig, teilweise auch wegen mangelnden Fachwissens oder der Auflösung von Fachredaktionen. Und dann werde immer noch zu kompliziert berichtet, gerade wenn es um komplexe Themen gehe. 69 Prozent der Befragten sind insgesamt der Ansicht, dass Journalisten zu wenig unternehmen, um die anspruchsvollen Wirtschaftsthemen zu vermitteln; nur 31 Prozent sind insoweit zufrieden.

Ein Hinderungsgrund sind sich verschlechternde Arbeitsbedingungen. Journalisten leiden unter der Beschleunigung ihrer Arbeit, die zu einem Verlust an Sorgfalt führe, und an Sparmaßnahmen in den Redaktionen. Nur bei acht Prozent der Befragten hat sich die personelle Besetzung in der Redaktion verbessert, bei 45 Prozent verschlechtert, in knapp der Hälfte der Fälle ist sie gleich geblieben. Auf der anderen Seite steige der Einfluss der PR (Public Relations) mit ihren tendenziell besser werdenden Vorarbeiten auf ein problematisches Maß.

Deutliche Kritik üben Journalisten an der Themenstruktur in Fernsehen und Radio. 75 Prozent sind der Ansicht, dass wirtschaftliche Themen im Fernsehen nicht genügend Sendezeit haben, 72 Prozent sehen diesen Mangel im Hörfunk. Anders sieht es im Internet und bei Print aus. Mit Blick auf das Internet sagen 60 Prozent, dass das Angebot dort ausreichend sei, bei Zeitungen und Zeitschriften sind es 75 Prozent.

Die Befragten wagen einen Blick auf Themen, an denen das Interesse steigen wird. Dazu zählen Altersvorsorge und Arm/Reich (je 87 Prozent), Digitale Daten (81 Prozent), Industrie 4.0 (72 Prozent) und besonders das Thema Zuwanderung mit 94 Prozent. Als Trendthemen des Jahres sehen die Befragten „Grexit“ und „Brexit“, also den möglichen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone und Großbritanniens aus der EU.

Die Befragten geben auch eine Einschätzung ab, wohin sich der mediale Wettbewerb entwickeln wird. Bei der Berichterstattung über aktuelle Themen setzen die meisten auf das Internet. Eine gegenüber früheren Umfragen gestiegene Anzahl von Journalisten ist der Meinung, dass Hintergrundgeschichten ebenso wie wirtschaftspolitische Beiträge sich auf Printmedien kon­zentrieren werden. Auch die Lokalberichterstattung erwarten die Befragten auf absehbare Zukunft am ehesten in Zeitungen. Bei Service- und Verbraucherthemen liegt das Fernsehen in der Erwartung vorne.

Die Antworten der Umfrage kamen zu 29 Prozent von Zeitungsredakteurinnen und -redakteuren, zu 20 Prozent von Zeitschriftenredakteurinnen und -redakteuren, zu 25 Prozent von Fernseh-, zu 12 Prozent von Hörfunkjournalisten und zu 16 Prozent von Onlinern. Die restlichen Prozent verteilen sich auf freie Autoren, Nachrichtenagenturen und Sonstige.

Alle grafisch aufbereiteten Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.

Medienbrief 3/15

Crowd für Juroren

Bei den diesjährigen Vorjurys des Ernst-Schneider-Preises machten die Juroren Entdeckungen. Neu war für sie das Thema Crowdwork, die anonyme und wachsende Arbeit am Computer, über die ein Radiofeature berichtete. In Erinnerung blieben die Geständnisse eines Börsenhändlers in einem leerstehenden Frankfurter Bankgebäude und Einblicke in die Fortschritte der Elektromobilität. Glossen stachen hervor, zum Beispiel zur Sharing Economy. An TTIP, dem Handelsabkommen mit den USA, rieben sich die Autoren in unterschiedlichen Formaten. Die Internet-Vorjury überzeugte die Idee, per Crowd-Funding Geld für eine GPS-gestützte Suche aufzubringen, die die Spur entsorgter Fernsehgeräte nach Westafrika verfolgt.

Fear the economic textbook

Den schon legendären Streit der beiden Wirtschaftswissenschaftler Friedrich August von Hayek und John Maynard Keynes um die beste Wirtschaftspolitik greift ein Rapper-Video der Chicagoer Universität auf. Der Österreicher Hayek vertraute auf die Effizienz der Märkte, Keynes, der Engländer, begründete, warum der Staat in Wirtschaftsprozesse eingreifen sollte. Die Studierenden fragen in dem Video nach den Effekten auf die Gesellschaft.

Das Junge Angebot

Der von ARD und ZDF geplante Jugendkanal soll Mitte 2016 online gehen. Anders als geplant wird das Programm nur im Internet zu empfangen sein. Die öffentlich-rechtlichen Sender hatten ursprünglich einen Multimedia-Auftritt für 14- bis 29-Jährige in Fernsehen, Radio und im Netz geplant. Für das Programm mit dem wenig inspirierenden Namen „Das Junge Angebot“ stellen ARD und ZDF ihre Digitalkanäle EinsPlus und ZDFkultur ein. Das werbefreie Programm soll die Beteiligung am gesellschaftlichen Diskurs fördern. Die private Medienwirtschaft hat sich auch aus Rechtsgründen gegen den Jugendkanal als reines Internetangebot ausgesprochen.

#merkelschwanger

2015 Böhmermann Periscope„Periscope“ heißt eine neue App, die Online-Fernsehen in der Apple-Welt ermöglicht. Nutzer können ihr eigenes Programm senden. Sie brauchen einen Internetzugang und eine Kamera, zum Beispiel die eines Smartphones. „Periscope“, das kürzlich von Twitter gekauft worden ist, funktioniert ähnlich wie Skype – mit dem Unterschied, dass sich eine beliebige Anzahl von Empfängern einschalten kann. ZDF-Moderator Jan Böhmermann nutzt die Livestreaming-App, um mit seinen Zuschauer in Kontakt zu treten. Das Programm erlaubt jedem Nutzer, Kommentare abzusenden, die auf den Bildschirmen aller Zuschauer eingeblendet werden (siehe Foto). Daraus ergibt sich ein Strom von spontanen Äußerungen. In der „Hash Tag-Konferenz“ von Böhmermann am 29. April konnten Zuschauer Schlagworte vorschlagen, die per Twitter als Hashtags verbreitet werden sollten. 500 User einigten sich mit der Redaktion auf den Hashtag #merkelschwanger. Eine Stunde später war das Schlagwort bei Twitter in den Trends zu finden. Während die Zuschauer bei der Probe zu Böhmermanns Neo Magazin Royale zusahen, reagierte Böhmermann auf die Kommentare der Nutzer. Periscope wird auch von Unternehmen genutzt. Bosch hat zum Beispiel die Besichtigung einer Ausstellung live gestreamt. Die Zuschauer konnten Fragen zu einzelnen Produkten stellen, als ob sie vor Ort dabei wären.

Fernsehen beherrscht Werbemarkt

Um vier Prozent ist im vergangenen Jahr der Werbemarkt gewachsen. Er wird vom Fernsehen dominiert, das 46 Prozent der Gelder bekommt. Bis etwa 2009 waren die Ausgaben für Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften größer; der Printanteil liegt heute bei 30 Prozent. Während die Radiowerbung konstant sechs Prozent ausmacht, steigen die Ausgaben für Internet-Werbung. Sie erreichen mittlerweile elf Prozent. Die Statistik erfasst jedoch das Suchmaschinenmarketing von Google und Co nicht. Die umsatzstärkste Branche im deutschen Werbemarkt waren die Autohersteller, danach kommt die Werbung für Online-Angebote – auch im Medium Fernsehen.

Die Welle für Denker und Entscheider

2015 made for minds

„DW News“ heißt das neue englischsprachige Programm der Deutschen Welle. Der Auslandssender wendet sich künftig stärker an „internationale Entscheider“. Dazu passt der neue Slogan „Made for Minds“, den man mit „Gemacht für Denker“ übersetzen kann.

Roter Doppelpunkt

WirtschaftsWoche-Chefredakteurin Miriam Meckel hat ihre Zeitschrift inhaltlich und gestalterisch überarbeiten lassen. Neues Erkennungszeichen der WiWo ist ein großer, roter doppelter Punkt im Titel. Das Wirtschaftsmagazin erscheint nun bereits freitags.

Platz 1 der Hashtags

2015 digital cologne 2015René Obermann, bis vor kurzem Chef der Telekom, prognostiziert für die kommenden Jahre große Umbrüche in der Wirtschaft. Auf auf dem von der IHK Köln organisierten „Digital Talk“ sagte er, dass das mobile Internet das Verhältnis zwischen Unternehmen und Kunden radikal verändern werde. Um die Anpassung zu schaffen, müssten Firmen „paranoid“ gemanagt werden. Das Gespräch moderierte Ernst-Schneider-Preisträger Richard Gutjahr. Bei Twitter kam #digitalk auf Platz eins der deutschen Hashtags.

Tütenwunder in Schwerte

Die IHK Dortmund vergab durch Sebastian Kehl von Borussia Dortmund den Schulpreis Wirtschaftswissen. Gewinner war die Friedensschule in Hamm mit ihrem Projekt „Culture Club“, den Schülerinnen und Schüler in eigener Regie führen. Dem zweiten Platz erhielt ein Gymnasium in Dortmund für die Schülerfirma „Student Style“. Dritter wurde das „Tütenwunder“. Die Schülerfirma aus Schwerte verkauft Geschenktüten mit Überraschungen für Kinder.

Kinderbote im Schwarzwald

29 deutsche Zeitungen versuchen mit Angeboten für Kinder perspektivisch Leser zu gewinnen. Der Schwarzwälder Bote hat mit Partnern sogar einen „Kinderboten“ konzipiert, der zum Preis von 8,90 Euro monatlich abonniert werden kann. Dass sich mit diesen Formaten auch Wirtschaftswissen vermitteln kann, bewies im vergangenen Jahr Antonia Bauer, die für einen Artikel aus „Dein Spiegel“ den Ernst-Schneider-Preis gewann.

Medienbrief 2/15

Neues Nachrichtenformat „heute+“

H+Das ZDF testet auf Facebook und Twitter ein neues Nachrichtenformat mit Namen „heute+“. Zu aktuellen Themen gibt es kurze Videos, Fakten und Grafiken. Musik und Sounds unterstützen die visuelle Gestaltung. Die Redaktion betrachtet die Seite als Angebot. Sie will mit Meinung aus dem Netz das Format weiterentwickeln.


Springer startet Politico.eu

In einem Newsroom mit vierzig Journalisten produziert Springer in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Politik-Plattform Politico in Brüssel seit kurzem „Politico.eu“. Zielgruppe sind Politik, Berater, Lobbyisten und Unternehmen. Neben einer Webseite, die werbevermarktet wird, gibt es einen Newsletter, der am frühen Morgen die Agenda für den Tag in Brüssel nennt. Im Sommer soll ein Abo mit Informationen zu regulatorischen und politischen Diskussionen in Europa starten. Die Preise für die verschiedenen Newsletter beginnen in den USA je nach Organisationsform des Kunden mit 6.000 Dollar. Eine wöchentliche Printausgabe soll das Angebot ergänzen. Die Startauflage beträgt 30.000 Exemplare. Das Jahresabo kostet 199 Euro, wichtige Entscheider bekommen das Heft umsonst.


Frust über die Wirtschaftsberichterstattung

Wie tickt Deutschlands Wirtschaftselite? Das Göttinger Institut für Demokratieforschung kann nach Interviews mit 160 Managern, Geschäftsführer und Unternehmern die Frage beantworten. Eine wichtige Erkenntnis: Alte Feindbilder existieren nicht mehr. Das gilt für Gewerkschaften wie für die SPD. Im Gegenteil: Als Vorbild gilt der bislang letzte sozialdemokratische Bundeskanzler, Gerhard Schröder, wegen seiner als mutig empfundenen Umsetzung der Agenda 2010. Politisch vermissen die meisten die Beschäftigung mit Zukunftsfragen wie dem demografischen Wandel. Sie kritisieren verbreiteten Neid in der Gesellschaft und ihre als permanent erachtete öffentliche Beobachtung. Das Verhältnis zu den Medien ist belastet. Die meisten Unternehmer kritisieren die Berichterstattung als nicht immer sachkundig, zudem als „skandalisierend“ und „pauschalisierend“. Viele scheinen den Glauben an Qualitätsjournalismus verloren zu haben. Die Studie wurde vom Mineralölkonzern BP in Auftrag gegeben.


WDR #3sechzich
WDR #3sechzich: Neue Newsformate im Netz
Öffentlich-rechtliche Nachrichten für junge Leute produ­ziert neben dem ZDF jetzt auch der Westdeutsche Rundfunk. Der WDR nutzt dazu den YouTube-Kanal #3sechzich. Der Name soll den Blickwinkel auf die Welt verdeutlichen – 360 Grad. Das Format funktioniert auch auf Facebook und Twitter. Es will die Themen des Tages mit „Meinungsfreude, Empathie und Haltung“ vermitteln. Die Videos widmen sich auch Themen aus der Wirtschaft wie Datenschutz, Jugendarbeitslosigkeit und Finanzen.


Zeitschriftenmarkt immer vielfältiger

Zeitschriften PixabayIm Jahr 2014 stieg der Umsatz der hiesigen Zeitschriftenverlage um 1,7 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Die Unternehmen beschäftigen mehr als 60.000 Mitarbeiter und erwarten 2015 ein leichtes Umsatzplus. Die Verlage brachten im vergangenen Jahr 133 gedruckte Zeitschriften neu heraus. Für Anzeigen und Vertrieb prognostizieren die Befragten einen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent und 1,9 Prozent. Die digitalen Erlöse sollen aber um zehn Prozent  steigen.


Überregionale Zeitungen verlieren

Kleine Auflagengewinne registrierten im ersten Quartal 2015 Spiegel und Focus, die ihren Erscheinungstermin auf den Samstag gelegt haben. Besser schnitt der Stern ab (plus 6,5 Prozent). Nach den neuen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) verzeichneten die überregionalen Tageszeitungen deutliche Einbußen. Bild verlor neun Prozent verkaufte Auflage, die Süddeutsche Zeitung sechs, die FAZ zwölf und die Welt sechs Prozent. Gleichzeitig stiegen die Online-Reichweiten. Bei der Wirtschaftspresse sehen die Zahlen besser aus: Capital, Brand eins, Manager Magazin und Enorm verkauften im Vergleich zum Vorjahresquartal zwischen einem und fünf Prozent mehr Zeitschriften.
Rach coacht Restaurantgründer

RachAb dem 26. Mai zeigt das ZDF eine neue Gründershow mit dem Sternekoch Christian Rach. Die Sendung heißt „Rach und die Restaurantgründer“, vier Folgen sind geplant. Ein ähnliches Format von Kabel eins wollten wenige Zuschauer sehen. Es hieß „Restaurant Startup“ und wurde nach zwei Folgen aus der Primetime genommen. Rach gewann mit der Sendung „Die Restaurantschule“ und einer Ausgabe des „Restauranttesters“ 2009 und 2011 den Ernst-Schneider-Preis für Wirtschaft in der Unterhaltung.


„Zeit Online“ mit schwarzen Zahlen

Die Zeit konnte im vergangenen Jahr in der Verlagsgruppe ihren Umsatz um acht Prozent auf 180 Millionen Euro steigern. Auf das Kerngeschäft entfielen 120 Millionen Euro. Die Wochenzeitung wuchs dabei um ein Prozent, die Magazinfamilie um vier Prozent. Zufrieden ist man mit den digitalen Umsätzen, die ein Plus von 29 Prozent aufweisen. „35.000 Leser haben ein Digital-Abo. Zeit Online“ konnte zum Ende des Jahres die roten Zahlen hinter sich lassen und erreichte den Break-Even.


Zu Gast bei Merkur

Beim „Merkur-Treff“ der Handelskammer Kiel, der traditionellen Begegnung zwischen Journalisten und Unternehmern, wird es in diesem Jahr auch um das Bild gehen, das Journalisten von Wirtschaft haben. Eine Untersuchung des Rheingold Instituts, vom Ernst-Schneider-Preis initiiert, bietet den inhaltlichen Rahmen.


Rasterfahndung per Handy

Rasterfahndung Handy Pixabay
Die Nachrichtenredaktion des in Köln ansässigen Deutschlandfunk ist seit diesem Jahr Partner der „Initiative Nachrichtenaufklärung“. Dieser Zusammenschluss von Medienwissenschaftlern und Journalisten will die Öffentlichkeit auf Themen aufmerksam machen möchte, die von den deutschen Medien tendenziell vernachlässigt werden. Die Initiative verfasst dazu ein Ranking. Zu den Top Ten zählen nach Ansicht der Initiative Verkaufte Links, Undurchsichtige Finanzen politischer Stiftungen, Datensammlungen privater Firmen oder Rasterfahndung per Handy.

 

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