Nominierungen 2018

Die Nominierten für den Ernst-Schneider-Preis, gestiftet von den Industrie- und Handelskammern, stehen fest. Prominent besetzte Jurys wählten aus Fernsehen, Hörfunk, Online und Print insgesamt 26 Beiträge aus. Die nominierten Beiträge sind thematisch relevant, stellen wirtschaftliche Zusammenhänge spannend, unterhaltsam und allgemeinverständlich dar. Die Preisverleihung findet in Zusammenarbeit mit der IHK Nürnberg am 15. Oktober 2018 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg statt. Fernsehjournalistin Barbara Hahlweg (ZDF) moderiert den Galaabend. Der offizielle Twitter-Hashtag lautet #esp18.

Auf die 47. Ausschreibung des Journalistenpreises der deutschen Wirtschaft waren 1300 Beiträge eingesendet worden, darunter Stücke von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern, Artikel von ZEIT, FAZ, taz, Welt, Spiegel, Stern und Süddeutscher Zeitung, Wirtschaftsmagazinen, Internet-Portalen und vielen regionalen Zeitungen.

Die Liste ist gegliedert in die Kategorien Fernsehen, Hörfunk, Print, Internet und Innovation / Unterhaltungssendung.

Die Jurys nominierten:

Fernsehen

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „Geheimakte VW – Wie die Regierung den Konzern schützt“: Hans Koberstein (Red. Hilde Buder-Monath / Claudia Ruete), ZDF
2. „Der unsichtbare Feind – tödliche Supererreger aus Pharmafabriken“: Elena Kuch / Christian Baars / Christine Adelhardt / Britta von der Heide (Red. Britta von der Heide / Monika Wagener / Stephan Wels / Dirk Neuhoff), NDR /WDR
3. „Wer bezahlt den Osten?“: Dirk Schneider / Ariane Riecker (Red. Silke Heinz), MDR

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „Indonesische Arbeitskräfte“: Julia Cruschwitz (Red. Anja Riediger), MDR
2 „Passhandel: Wie Millionäre sich in die EU einkaufen“: Johannes Edelhoff / Christian Salewski (Red. Volker Steinhoff), ARD (NDR)
3. „Fake-Testsiegel“: Ingo Wickop (Red. Jan Rasmus/Christian Schürmann), RTL

Hörfunk

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „Das ist Entwicklungshilfe, die Hunger macht“: Caroline Nokel (Red. Christiane Glas), NDR
2. „Bargeld ade? Wie wir künftig bezahlen“: Stefan Schmid (Red. Frank Müller), BR
3. „Die Technisierung der Alpen. Der gekaufte Winter“: Günther Wessel (Red. Eberhard Schade), DLF

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „K wie Krypto-Mining – das Netzlexikon“: Theresa Greim (Red. Dominic Holzer), Puls BR
2. „Thema des Tages“: Wolfgang Landmesser / Nikolas Fischer / Jana Magdanz / Andreas Braun / Matthis Dierkes (Red. Dorothee Schwab / Andreas Blendin / Susanne Kuttler / Monika Frederking), WDR
3. „Was zwei Jahre Mindestlohn für Praktikanten verändert haben“: Benedict Witzenberger (Red. Johannes Berthoud), Puls BR

Print

Kategorie: Wirtschaft in regionalen Printmedien
1. „Schacht matt im Hannibal“: Tobias Großekemper / Christoph Klemp, Ruhr Nachrichten
2. „Leben in Europa (Serie)“: Sabine Marquard / Kerstin Ruchay / Eva Drews, Stuttgarter Zeitung
3. „Künstliche Intelligenz und Arbeitswelt 4.0 (Serie)“: Jana Wolf / Stefan Stark, Mittelbayerische Zeitung

Kategorie: Wirtschaft in überregionalen Printmedien
1. „Das Auto-Syndikat“: Frank Dohmen / Dietmar Hawranek, Spiegel
2. „Jenseits von Gut und Börse“: Hannes Grassegger, Das Magazin
3. „Warum verdient Frau Noe nicht mehr?“: Caterina Lobenstein, Zeit

Kategorie: Förderpreis
1. Matthias Streit, Handelsblatt
2. Hannes Vollmuth, Süddeutsche Zeitung

Internet

Kategorie: Wirtschaft Online
1. „Legaler Cannabis-Anbau in Deutschland“: Susanne Hamann, Rheinische Post
2. „Mind the Gap“: Susanne Klingner, Audible
3. „Reich unterm Radar“: Anja Lordieck / Julian Herbst (Red. Dr. Detlev Landmesser / Burghard Schnödewind), Boerse.ARD.de

Innovation / Unterhaltungssendung

(Hier konkurrieren Beiträge aus Internet, Print, Hörfunk und Fernsehen)

1. „Die Superkühe“: Carolyn Braun / Marcus Pfeil / Björn Erichsen, Jakob Vicari / Bertram Weiß, WDR, Internet
2. „Das ökonomische Abendmahl (Serie)“: Max Haerder / Sven Prange / Konrad Fischer / Gregor Peter Schmitz / Dieter Schnaas, Wirtschaftswoche, Print
3. „Lydia hat Schulden – ‚7500 Euro, minus. Das war das Limit“: Lydia Herms (Red. Julia Rosch), DLF, Hörfunk

Jurymitglieder 2018

Shortlist, Nominierte und Preisträger wurden in mehreren Juryrunden ermittelt. Die Schlussjurys bestehen mehrheitlich aus unabhängigen Journalisten, außerdem Vertretern der IHKs.

Internetjury:
Julia Bönisch, Chefredakteurin SZ.de
Jan-Eric Peters, CEO upday
Florian Rötzer, Chefredakteur Telepolis.de
Frank A. Dassler, Vizepräsident IHK Nürnberg
Dr. Robin Houcken, Geschäftsführer Looping Studios und Vorstand ESP

Printjury sowie Innovation/Unterhaltung:
Beat Balzli, Chefredakteur Wirtschaftswoche
Michael Husarek, Chefredakteur Nürnberger Nachrichten
Friedrich Roeingh, Chefredakteur Allgemeine Zeitung Mainz
Thomas Klein, Pressesprecher IHK Darmstadt
Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer IHK Nürnberg

Hörfunkjury:
Peter Heilbrunner, Programmchef SWR1
Alexander Koller, Geschäftsführer Funkhaus Nürnberg
Stefan Raue, Intendant Deutschlandfunk
Harald Leupold, Vizepräsident IHK Nürnberg
Peter Esser, Verleger und Vorstandsvorsitzender ESP

Fernsehjury:
Susanne Biedenkopf-Kürten, Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Wirtschaft, Recht, Service, Soziales und Umwelt
Manfred Krupp, Intendant Hessischer Rundfunk
Michael Wulf, Chefredakteur RTL
Dr. Achim Dercks, stv. Hauptgeschäftsführer DIHK und Vorstand ESP

Der Ernst-Schneider-Preis ist der Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft. Er wird seit 1971 an Autorinnen und Autoren verliehen, die wirtschaftliches Wissen und wirtschaftliche Zusammenhänge allgemein verständlich vermitteln. Er ist benannt nach dem Unternehmer und Kunstmäzen Ernst Schneider, der von 1963 bis 1969 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages war.

 

Shortlist Ernst-Schneider-Preis 2018

Die Shortlist des Journalistenpreises der deutschen Wirtschaft steht fest. Aus mehr als 1 300 eingereichten Beiträgen wählten elf Vorjurys 94 Beiträge aus.

Die Shortlist spiegelt die thematische Vielfalt, regionale Breite und Qualität der Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland. Sie enthält Beiträge der ARD-Anstalten WDR, MDR, BR, NDR, Radio Bremen, SWR sowie des ZDF, RTL und Radio 7, Deutschlandfunk und Arte, Texte von Spiegel, FAZ, Kölner Stadt-Anzeiger, Stuttgarter Zeitung, Zeit und Süddeutscher, Handelsblatt und Nordwest-Zeitung und vieler weiterer Redaktionen.

Im Sommer entscheiden die prominent besetzten Schlussjurys über Nominierte und Gewinner in neun Kategorien aus Fernsehen, Radio, Online und Print. Das Preisgeld beträgt insgesamt 52 000 Euro. Die Preisverleihung wird in diesem Jahr von der IHK Nürnberg ausgerichtet. Sie findet am 15. Oktober im Germanischen Nationalmuseum statt.

Der Ernst-Schneider-Preis wird von den Industrie- und Handelskammern vergeben. Er zeichnet journalistische Beiträge aus, die wirtschaftliche Zusammenhänge allgemein verständlich vermitteln und durch Relevanz, Recherche sowie Erzähltechnik herausragen.

Die Shortlist ist gegliedert in die Kategorien Fernsehen, Hörfunk, Print, Internet und Innovation / Unterhaltungssendung.

Fernsehen

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „Paradise Papers. Zocker, Trickser, Milliardäre“: Jochen Becker/ Elena Kuch / Brid Roesner / Jan Strozyk / Christoph Lütgert (Red. Stephan Wels / Monika Wagner / Georg Mascolo), NDR
2. „Wem gehört der Osten? Die größten Deals der Einheit“: Olaf Jacobs / Ariane Riecke (Red. Silke Heinz), MDR
3. „Geheimakte VW – Wie die Regierung den Konzern schützt“: Hans Koberstein (Red. Hilde Buder-Monath / Claudia Ruete), ZDF
4. „Der unsichtbare Feind – tödliche Supererreger aus Pharmafabriken“: Elena Kuch / Christian Baars / Christine Adelhardt / Britta von der Heide (Red. Britta von der Heide / Monika Wagener / Stephan Wels / Dirk Neuhoff), NDR
5. „So leben wir! 2017 | Lohne oder Stütze?“: Tom Kühne (Red. Ina Klempnow), MDR
6. „Inside Deutsche Bank – Gigant ohne Zukunft“: Dirk Laabs (Red. Paul Amberg), ZDF
7. „Der Riese von Rottweil – Ein Turm voller Experimente“: Andrea Lotter (Red. Elisabeth Milin), SWR
8. „Armes Schwein – fettes Geschäft – Der wahre Preis des Billigfleischs“: Jens Niehuss / Laura Zirkel / Hannah Bieneck (Red. Silke Heinz), Arte (MDR)
9. „Wer bezahlt den Osten?“: Dirk Schneider / Ariane Riecker (Red. Silke Heinz), MDR
10. „Fernbusse – Wenn die Sicherheit auf der Strecke bleibt (Team Wallraff)“: Martin Schulte / Günter Wallraff / Sabine Greul (Red. Karla Steuckmann / Jan Rasmus), RTL
11. „Macht e Mobil? Wie die Autoindustrie ihre Krise bewältigen will“: Stefan Tiyavorabun (Red. Dr. Tilman Achtnich), ARD (SWR)

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „Achtung Falschgold“: Katharina Adami (Red. Peter Althammer), BR
2. „Lebenserwartung: Wer wenig hat, ist früher tot“: Ben Bolz / Tina Soliman (Red. Volker Steinhoff), ARD (NDR)
3. „Flüchtlinge in Arbeit“: Julia Cruschwitz (Red. Kristina Ehrlich), MDR
4. „Indonesische Arbeitskräfte“: Julia Cruschwitz (Red. Anja Riediger), MDR
5. „Steuer-Paradies Madeira: EU- Kommission toleriert dubiose Firmen“, Pia Dangelmayer / Wolfgang Kerler / Steffen Kühne / Maximilian Zierer (Red. Stephan Keicher), BR
6. „Passhandel: Wie Millionäre sich in die EU einkaufen“„: Johannes Edelhoff / Christian Salewski (Red. Volker Steinhoff), ARD (NDR)
7. „Fake-Testsiegel“: Ingo Wickop (Red. Jan Rasmus/Christian Schürmann), RTL

Hörfunk

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „In Ewigkeit Glück auf – Ein Abschiedslied für Schlägel und Eisen“„: Martin Becker / Tabea Soergel (Red. Joachim Dicks), NDR
2. „Im Salzsumpf – Kaligruben, verdorbener Boden und das Trinkwasser“: Günter Beyer (Red. Michael Augustin), Radio Bremen
3. „Arbeitsplatz spezial – 2 Jahre Flüchtlingskrise“„: Wolfgang Brauer / Sina Rosenkranz / Jan Seidel (Red. Alexander Winkler), SWR
4. „Die Geschichte der Steuern – Zugemauerte Fenster und gestutzte Bärte“: Maike Brzoska (Red. Dr. Nicole Ruchlak), BR
5. „Simpel. Transparent. Standardisiert. Oder: Baut sich in der EU eine Finanzblase auf?“: Barbara Eisenmann (Red. Wolfram Wessels), SWR
6. „Made in France – Mit lothringischem Kohleflözgas unabhängig von Russland werden“: Lisa Huth (Red. Stefan Miller), SR
7. „Das ist Entwicklungshilfe, die Hunger macht“: Caroline Nokel (Red. Christiane Glas), NDR
8. „Bombensicher? Ein Feature über mangelnde Kontrolle an deutschen Flughäfen“: Achim Nuhr (Red. Dorothee Meyer-Kahrweg), SWR
9. „Bargeld ade? Wie wir künftig bezahlen“: Stefan Schmid (Red. Frank Müller), BR
10. „Die Technisierung der Alpen. Der gekaufte Winter“: Günther Wessel (Red. Eberhard Schade), DLF

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „K wie Krypto-Mining – das Netzlexikon“: Theresa Greim (Red. Dominic Holzer), Puls BR
2. „Gründung Deutscher Werberat“: Ariane Hoffmann (Red. Hildegard Schulte), WDR
3. „Chancen und Risiken des Booms“: Uli Kiesewetter (Red. Uli Kiesewetter), Radio 7
4. „Thema des Tages“: Wolfgang Landmesser / Nikolas Fischer / Jana Magdanz / Andreas Braun / Matthis Dierkes (Red. Dorothee Welper / Andreas Blendin / Susanne Kuttler / Monika Frederking), WDR
5. „Tarifverhandlungen der Gebäudereiniger – viel Arbeit für wenig Lohn“: Ludger Vortmann (Red. Uli Ueckerseifer), WDR
6. „Was zwei Jahre Mindestlohn für Praktikanten verändert haben“: Benedict Witzenberger (Red. Johannes Berthoud), Puls BR

Print

Kategorie: Wirtschaft in regionalen Printmedien
1. „Die Braunkohle (Serie)“: verschiedene Autorinnen und Autoren der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten
2. „Schach matt im Hannibal“: Tobias Großekemper / Christoph Klemp, Ruhr Nachrichten
3. „Alles E, oder was?“: Florian Jocham / Robert Baumanns / Philipp J. Meckert, Kölner Express
4. „Das neue Leuchten“, Jochen Knoblach, Berliner Zeitung
5. „Der Hund mit sechs Beinen“: Michael Konrad, Rheinpfalz
6. „Leben in Europa (Serie)“: Sabine Marquard / Kerstin Ruchay / Eva Drews, Stuttgarter Zeitung
7. „Grüner Glamour“: Eva Reik, Kölner Stadt-Anzeiger
8. „Wir sind… (Serie)“: Andrea Rolfes / Sebastian Kaiser, Neue Westfälische
9. „Sind wir noch zu retten? (8-seitige Sonderbeilage)“: Peter Seidel / Joachim Wille / Barbara A. Cepielik / Rüdiger Heimlich / Evelyn Binder, Kölner Stadt-Anzeiger
10. „Ein Herz aus Stahl“: Ulrich Stolte, Stuttgarter Zeitung
11. „Wer kocht für die Köche?“:  Jacqueline Vogt, Frankfurter Allgemeine Metropol
12. „Künstliche Intelligenz und Arbeitswelt 4.0 (Serie)“: Jana Wolf / Stefan Stark, Mittelbayerische Zeitung

Kategorie: Wirtschaft in überregionalen Printmedien
1. „Das Auto-Syndikat“: Frank Dohmen / Dietmar Hawranek, Spiegel
2. „Chinas neuer Plan“: Georg Fahrion / Claus Hecking / Volker Pabst, Capital
3. „Made in Germany“: Ullrich Fichtner / André Geicke / Matthias Geyer / Andreas Wassermann, Spiegel
4. „Jenseits von Gut und Börse“: Hannes Grassegger, Das Magazin
5. „Insektensterben als Medienhysterie“: Jan Grossarth, FAZ
6. „Ein Unternehmen macht Schule“: Christoph Koch, Brand Eins
7. „Warum verdient Frau Noe nicht mehr?“: Caterina Lobenstein, Zeit
8. „Hier herrscht Klassenkampf“: Caterina Lobenstein, Zeit
9. „App auf Rezept„: Martin U. Müller, Spiegel
10. „Das falsche Ende„: Marc Neller, Welt am Sonntag
11. „Warum ist das ärmste Land der Welt so arm“: Mark Schieritz, Zeit
12. „Im Einflussgebiet“: Lorenz Wagner / Till Krause, Süddeutsche Zeitung Magazin

Kategorie: Förderpreis
1. Lisa Boekhoff, Weser-Kurier
2. Anne Lenhardt, Rheinpfalz
3. Isabel Ruf / Dominik Türschmann / Johannes Röckinger / Nina Giesecke, Pforzheimer Zeitung
4. Matthias Streit, Handelsblatt
5. Hannes Vollmuth, Süddeutsche Zeitung
6. Lukas Zdrzalek, Capital

Internet

Kategorie: Wirtschaft Online
1. „Irrsinn der Agrarpolitik“: Justus von Daniels / Stefan Wehrmeyer, Correctiv
2. „Jung und plötzlich Bäuerin – von der Großstadt in die Landwirtschaft“: Katha Döhne, Y-Kollektiv
3. „Mieten: Wer soll das noch bezahlen?“: Astrid Geisler / Sascha Venohr / Julian Stahnke, Zeit
4. „Legaler Cannabis-Anbau in Deutschland“: Susanne Hamann, Rheinische Post
5. „Was steckt hinter Bitcoin & Co?“: Felix Holtermann / Astrid Dörner / Martin Kölling / Julia Rotenberger / Stephan Scheuer / Frank Wiebe, Handelsblatt
6. „Grafik des Tages“: Jean-Philippe Ili  / Eva Fischer / Marius Prauß / André Schorn / Juraj Rosenberger, Handelsblatt
7. „Aufstieg und Fall von Schlecker“: Sönke Iwersen / Anis Micijevic / Lukas Sauer, Handelsblatt
8. „Sie haben blaugemacht“: Luisa Jacobs / Sascha Venohr / Paul Blicke / Julian Stahnke / Jannis Paetzold, Zeit
9. „Wie wir 2037 leben werden“: Henning Jauernig / Isabella Reichert / Lennart Breede / Tim Verhaert, Spiegel
10. „Gottes Werk und Behles Beitrag“: Leonard Kehnscherper / Jonathan Sachse / Frederik Richter, Correctiv
11. „Mind the Gap“, Susanne Klingner, Audible
12. „Dangast – das gespaltene Dorf“: Karsten Krogmann / Christian J. Ahlers, Nordwest-Zeitung
13. „Reich unterm Radar“: Anja Lordieck / Julian Herbst (Dr. Detlev Landmesser / Burghard Schnödewind), Boerse.ARD.de
14. „Der große WDR 2 Bahncheck“: Julian Rochlitzer / Frank Kühn / Sebastian Auer / Patricia Ennenbach / Fabian Raphael / Conney Raupold / Peter Schneider / Birthe Sönnichsen, WDR
15. „Wie wir leben wollen“: Stefan Schulz, Spiegel
16. „Highway to Freedom: Wie es zum Ende des Fahrverbots für Frauen in Saudi Arabien kam“: Miriam Seyffarth / Anne Wizorek / Juliane Leopold, Kleinerdrei
17. „Diese Großstadtviertel können sich Normalverdiener nicht mehr leisten“: Julius Tröger / André Pätzold / Moritz Klack / Marie-Louise Timcke / Christopher Möller / David Wendler, Berliner Morgenpost
18. „Kranke Löhne“, Julian Vogel (Suzie Grime), Jäger & Sammler
19. „Sachsens Superschneise“: Ulrich Wolf / Christian Bachmann / Fabian Schröder / Arvid Müller / Christian Eißner / Tobias Wolf, Sächsische Zeitung

Innovation / Unterhaltungssendung

(Hier konkurrieren Beiträge aus Internet, Print, Hörfunk und Fernsehen)

1. „Die Superkühe“: Carolyn Braun / Marcus Pfeil / Björn Erichsen, Jakob Vicari / Bertram Weiß, WDR, Internet
2. „Gegen den Strich – Werdet endlich krank“: Udo Eling / Philine Eling / Dirk Bitzer (Red. Hanno Frings), WDR, Fernsehen
3. „Das ökonomische Abendmahl (Serie)“: Max Haerder / Sven Prange, Wirtschaftswoche, Print
4. „Lyriconomy – Songs im Reality Check“: Verena Hampl / Verena Schälter / Veronika Scheidl / Niklas Schenk, BR Puls, Internet
5. „Lydia hat Schulden – ‚7500 Euro, minus. Das war das Limit“: Lydia Herms (Red. Julia Rosch), DLF, Hörfunk
6. „Grafik des Tages“: Jean-Philippe Ili / Eva Fischer / Marius Prauß, André Schorn / Juraj Rosenberger, Handelsblatt, Internet
7. „Wie entsteht der A380?“: Kay Meseberg / Pierre Girard / Katja Dünnebacke / Christian Kossin, Arte.tv, Internet
8. „Edward Bernays – Und plötzlich war überall Bacon“: Vera Pache (Red. Nilofar Elhami), DLF, Hörfunk
9. „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“: Christoph Silber (Red. Claudia Luzius / Sascha Schwingel), ARD (NDR), Fernsehen
10. „Altpapier in Plastik zum Recycling“: Daniel Sprenger (Red. Sabine Platzdasch), NDR, Fernsehen
11. „Bremer Biomüll-Posse“: Daniel Sprenger (Red. Sabine Platzdasch), NDR, Fernsehen

 

Medienbrief 2/18

Fernsehen: Qualität statt Quote

Im März 2018 hat die Medienpolitische Kommission Hessen Unternehmer zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk befragt. Zwei Ergebnisse stechen heraus: 1. ARD und ZDF gelten bei Vertretern der Wirtschaft als unentbehrlich. 2. Beim Programm sollte es mehr auf Qualität als auf Einschaltquoten ankommen. Befragt wurden 584 Mitglieder der Vollversammlungen der hessischen IHKs. 376 Antworten gingen ein: Fast zwei Drittel der Unternehmer halten den Fortbestand des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ARD, ZDF, Deutschlandradio, ARTE) für „sehr wichtig“. Am meisten geschätzt werden Weltnachrichten, Wirtschaft, Politik,  regionale Informationen und Hintergrundberichte. Eine hohe Wertschätzung hat auch die Berichterstattung über Kultur. Die Befragten gaben an, dass weitere Einsparungen der Sender nicht zu Lasten des Programmaufkommens und seiner Qualität gehen sollten. Mit einem Gebührenanteil von über neun Prozent werden Unternehmen zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks herangezogen. Sie zahlen den Rundfunkbeitrag entsprechend der Anzahl ihrer Betriebsstätten, sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und beitragspflichtigen Kraftfahrzeuge. Auch einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Forsa-Umfrage zufolge will eine große Mehrheit der Bundesbürger das duale Rundfunksystem aus öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern erhalten. In dieser repräsentativen Studie sagte fast die Hälfte der Befragten, dass ARD und ZDF ihren Programmauftrag mittelmäßig bis schlecht erfüllen.

Neue Wirtschaftsformate im Wettbewerb

360 Grad Kamera

Die Juroren des Ernst-Schneider-Preis bewerten in diesem Jahr neue Formate der Wirtschaftsberichterstattung. So produziert Deutschlandfunk Nova, der jüngste Ableger des Senders neben Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur, ungewöhnlich anmutende, persönliche Features, die die Zielgruppe der jungen Hörer mit Themen wie Verschuldung emotional ansprechen. Hier geht es zum Beispiel um den gedankenlosen Umgang einer Autorin mit Geld, der zu Verschuldung und Leben auf Kredit führte. Im Internet finden sich – auch zu Wirtschaftsthemen – auffallend viele 360 Grad- Videos. Auch Facebook scheint dieses Format in seinem Algorithmus zurzeit zu begünstigen, sodass diese Bilder häufiger die Nutzer erreichen. Interessant sind auch Ideen der Printbranche. Die Wirtschaftswoche lädt Querdenker zu einem „Ökonomische Abendmahl“, „Impulse“ moderiert  im Netz „Unternehmerduelle“ genannte Gespräche. Hier treffen Vertreter von Branchen aufeinander, die einem starken Wandel unterliegen, zum Beispiel eine Apothekerin und ein Mitarbeiter von DocMorris.

Einfach Nachrichten

Watson heißt ein neues Nachrichtenportal der Kölner Ströer-Gruppe. Der Vermarkter von Außen- und Onlinewerbung, der kürzlich die Seite T-Online gekauft hat, will mit dem Angebot die Jugend erreichen und Bento, Zett, BuzzFeed sowie Neon.de Konkurrenz machen. Die 25-köpfige Redaktion wird von einem Frauenteam um Gesa Mayr geleitet. Inhaltlich setzt die Redaktion auf einen Themenmix. Watson will ein Kolumnisten- und Influencer-Netzwerk aufbauen und mit den Stars aus dem Internet kooperieren. Die Seite wirbt mit dem Slogan „News ohne Blabla“.

Quittung für den Chef

RTL hat eine neue Wirtschaftsshow produziert. Dem Chef eines Unternehmens sagt die Redaktion ein Fernsehportrait zu, doch als er ins Fernsehstudio kommt, erwarten ihn die eigenen Mitarbeiter. In der nun entstehenden Spielshow „Der Chef bekommt die Quittung“ soll der Chef beweisen, dass er seine Firma kennt. Verliert er Spielrunden, gibt es Preise für die Arbeitnehmer – und der Chef muss sie bezahlen. In der ersten Folge wechselte der Besitzer eines Autohauses Reifen, befestigte Gegenstände auf einem Dachgepäckträger und lackierte Karosserieschäden. Im Finalspiel musste er erraten, wie seine Arbeitnehmer über ihn denken. Der Comedian Ralf Schmitz moderiert als „Betriebsratsvorsitzende von RTL“ die Zweistundenshow.

Guter Einstand für funk

Funk, das öffentlich-rechtliche Jugendangebot im Netz, erreicht seine Zielgruppe. Im Startmonat Oktober 2016 zählte der zu zwei Dritteln von der ARD und zu einem Drittel vom ZDF finanzierte Sender 12 Millionen Videoabrufe über Youtube. Ein Jahr später, im Oktober 2017 registrierten die Mainzer hier 44 Millionen Abrufe. Die Videoabrufe bei Facebook stiegen im gleichen Zeitraum von 6 auf 10 Millionen. Der Bekanntheitsgrad von Funk in der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen liegt bei 20 Prozent. Die jungen Zuschauer legen nach den ersten Erfahrungen Wert darauf, dass ihnen auf Augenhöhe, nicht belehrend von oben herab, aber auch nicht anbiedernd begegnet wird. Die Beiträge beschäftigen sich mit den Lebenswelten der Jugendlichen. Internet, Smartphone, Social Media und persönliche Herausforderungen spielen eine Rolle. Im Programm finden sich zunehmend informative Elemente wie „musstewissen“ und investigative Sendungen wie „STRG_F“. Das neue Format „STRG_F“ unterstützt die „Panorama“-Redaktion des NDR. Thema der Premierenausgabe waren Investmentvermittler, die via Facebook und WhatsApp Jugendliche ansprechen. 

Konzentrierte Zeitungslektüre

80 Prozent der Leser sagen, dass sie während der Lektüre ganz auf die Zeitung konzentriert sind. Bei der Nutzung anderer Medien lassen sie sich leichter ablenken, so das Ergebnis der Studie „Zeitungsqualitäten 2018“ der Zeitungsmarktforschung im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger. Zeitungen erreichen nach wie vor acht von zehn Deutsche. Diese lesen täglich 39 Minuten. 81 Prozent lesen mindestens die Hälfte aller Seiten. Drei Viertel geben ihre Zeitung weiter.

Gerecht im Ersten

Die ARD veranstaltet vom 11. bis zum 17. November unter der Federführung des NDR wieder eine Themenwoche. Fernsehen, Radio und Internet werden Beiträge zur Frage „Ist das gerecht?“ produzieren.  Es geht um Chancengleichheit bei Arbeit, Einkommen, Bildung sowie Gerechtigkeit vor dem Gesetz, unter den Generationen und der Welt. Erstmals soll es ein gemeinsames Ausbildungsprojekt geben: Nachwuchs-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter der ARD werden in Kooperation mit funk an einem Social-Media-Format arbeiten, an dem auch Azubis des ZDF beteiligt sind.

Brand eins vor Brigitte

Über den deutschen Bahnhofsbuchhandel wird fast jedes zehnte Presseerzeugnis verkauft. Den größten Umsatz machen die Händler mit Spiegel, Bild, Süddeutscher Zeitung, vor Zeit, Stern, FAZ/ FAS und Bunte. Diese Zahlen ermittelte das Fachmagazin „der neue vertrieb“. Hinter Asterix und Gala liegt das Wirtschaftsmagazin brand eins auf Platz 15, noch vor der Zeitschrift „Brigitte“. 

Wenig Zeit für Wirtschaft

In einem Gastbeitrag für meedia.de äußerte der Kommunikationsexperte Hasso Mansfeld Kritik an der Wirtschaftsberichterstattung von ARD und ZDF. Er bezog sich auf eine Studie des IFEM Instituts. Die Forscher hatten errechnet, dass die ARD die Sendezeit für Wirtschaftsthemen auf täglich 13 Minuten gekürzt hat. Beim ZDF stieg die Zeit auf acht Minuten pro Tag. Der Autor kritisierte Themen und Haltung der Redaktionen. Bei „Plusminus“ würden Themen wie Versicherungsfallen, Preissteigerungen im Paketzustellungsdienst, Steuertricks bei Immobiliengeschäften und Risiken moderner Autotüren besprochen. Die Zuschauer bekämen den Eindruck, dass Wirtschaft „pfui geworden sei“. Sie verständen nicht, dass Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verbunden seien. Einen unvoreingenommenen Blick auf die Wirtschaft sieht Mansfeld in der „ARD-Börse“ kurz vor der „Tagesschau“.

Bayern und Nordrhein-Westfalen vorn

Zwei Mal im Jahr lassen die Sender die Radionutzung in Deutschland erheben. Die ma Radio, jetzt ma Audio, macht daraus ein Ranking der meistgehörten Sender. Die Übersicht zeigt die populärsten Sender. Gezählt werden Hörer pro Stunde:

Mehr Fernsehen aus NRW

Nordrhein-Westfalen bleibt weiterhin das attraktivste Bundesland für Fernsehproduktionen. Das zeigt eine neue Studie des Dortmunder Medienforschungsinstituts Formatt. Mit 30 Prozent Marktanteil wurde 2016 in Nordrhein-Westfalen mehr produziert als in den anderen wichtigen Produktionsländern Bayern, Berlin und Hamburg zusammen. Schwerpunkt der Produktion sind zu zwei Dritteln Entertainment und Doku-Soaps. In diesem  Genre kamen zwei Drittel der Produktionsminuten aus Nordrhein-Westfalen.

In eigener Sache

Dies ist mein letzter Medienbrief. Ich habe während meiner Arbeit für den Ernst-Schneider-Preis 18 Jahre lang großartige Wirtschaftsbeiträge gelesen, gesehen und gehört und wunderbare Autorinnen und Autoren kennengelernt. Sie alle haben sich für eine Wirtschaftsberichterstattung eingesetzt, die Zusammenhänge herstellt, die einordnet und aufklärt. Marta Dubasiewicz und ich konnten für diese Journalistinnen und Journalisten ein Stück Öffentlichkeit herstellen. Im Juni scheide ich altersbedingt aus und übergebe die Geschäfte des Ernst-Schneider-Preis e.V. an Hartmut Spiesecke. Dem promovierten Literatur- und Musikwissenschaftler wünsche ich Glück und Erfolg.

Christian Knull

Hartmut Spiesecke neuer Geschäftsführer des Ernst-Schneider-Preis

Dr. Hartmut Spiesecke ist neuer Geschäftsführer des Ernst-Schneider-Preis e.V. Er löst Christian Knull ab, der mit Vollendung des 63. Lebensjahres zur Jahresmitte ausscheidet.

Die den Ernst-Schneider-Preis tragenden Industrie- und Handelskammern wählten in einer Mitgliederversammlung am 25. April in Leipzig Hartmut Spiesecke einstimmig zum Geschäftsführer. Der 53-jährige Medienprofi war Sprecher eines Bremer Senators und leitete in den letzten Jahren die Kommunikation des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie und des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland. Spiesecke ist verheiratet, Vater zweier volljähriger Kinder und als Hochschuldozent an der IST Hochschule für Management sowie ehrenamtlich kirchlich engagiert.

Er folgt auf Christian Knull, der die Geschicke des Journalistenpreises der deutschen Wirtschaft 18 Jahre leitete. Knull engagierte sich für die Wirtschaftsberichterstattung in den Medien. Er warb für Sendeplätze und Formate, die den Bürgern wirtschaftliches Geschehen verständlich machen. Er erweiterte den Fernseh- und Hörfunkpreis um die Sparten Print und Internet, gab Studien zur Verständlichkeit und zum Bild der Journalisten von Wirtschaft in Auftrag, verfasste Stellungsnahmen zur Entwicklung der Wirtschaftsberichterstattung, vertrat medienpolitische Anliegen, entwickelte Programmideen und veranstaltete Weiterbildungen für Nachwuchsjournalisten und Unternehmer.

Peter Esser, Vorsitzender des Ernst-Schneider-Preis e.V. und Herausgeber der Mittelbayerischen Zeitung: „Dr. Hartmut Spiesecke hat umfangreiche Erfahrungen in der Medienarbeit und der Veranstaltungsorganisation erworben. Wir freuen uns, ihn für die Weiterentwicklung des Ernst-Schneider-Preises gewonnen zu haben. Christian Knull danken wir für seine Ideen und Initiativen, die dem Ernst-Schneider-Preis sein heutiges Renommee verliehen haben.“

 

 

 

 

 

 

Medienbrief 1/18

Preisverleihung in Nürnberg
1.300 zum Teil hervorragende Beiträge konkurrieren 2018 um den Ernst-Schneider-Preis. Die Themen spiegeln das wider, was die Menschen bewegt: Automatisierung der Arbeit, Entlohnung von Pflegekräften, Bau und Scheitern von Großprojekten, Aufstieg von Kryptowährungen, Transparenz der Lieferketten, Grenzen der Globalisierung, Absprachen der Autoindustrie, Alltag von Migranten im Betrieb, Chinas Geoökonomie, Marktmacht von Amazon, bessere Konzepte der Entwicklungshilfe und nicht zuletzt der Einfluss der Instagramstars auf das Kaufverhalten. Über die Gewinner entscheiden promi-nent besetzte Jurys. Zugesagt haben die Intendanten des HR und des Deutschlandfunks, Manfred Krupp und Stefan Raue, RTL-Chefredakteur Michael Wulf, der CEO von Upday Jan-Eric Peters, die Chefredakteurin von Bild am Sonntag, Marion Horn, und der Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Beat Balzli. Die Preisverleihung findet am 15. Oktober im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg statt. Barbara Hahlweg, ZDF, wird moderieren.

Influencer müssen Regeln einhalten
Die Düsseldorfer Medienanstalt LfM geht gegen In-fluencer im boomenden Social-Media-Markt vor, die Inhalte und Werbung vermischen. LfM-Direktor Tobias Schmid: „Wer von Firmen Gegenleistungen wie Geld oder Produkte erhält, muss so eindeutig darauf hinweisen, dass der normale Nutzer diese Hinweise sofort erkennen kann.“ Die LfM drängt auch darauf, dass Streamingdienste wie Let‘s Play als Rundfunk angesehen und lizensiert werden – vorausgesetzt, sie werden live verbreitet, von mehr als 500 Usern gleichzeitig gesehen, sind redaktionell gestaltet und werden „entlang eines Sendeplans“ regelmäßig und wiederholt verbreitet.

Weniger Vertrauen in Wirtschaft

Die Deutschen verlieren Vertrauen zu Unternehmern. Eine Forsa-Umfrage hat das ergeben, und sie liefert auch gleich die Gründe: Dieselaffäre, die Insolvenz von Air Berlin und der angekündigte Stellenabbau bei Siemens beschädigten das Bild. Hingegen ist das Ansehen von Polizei und Gewerkschaften größer geworden. Vertrauensschwund erlitten auch die Medien.

Das Ranking:
1. Polizei (83 % – plus 6 Prozentpunkte gegenüber 2016)
2. Universitäten (80 % – unverändert)
3. Ärzte (78 % – unverändert)
4. Eigener Arbeitgeber (75 % – unverändert)
12. Gewerkschaften (49 % – plus 7 Prozentpunkte)
15. Presse (40 % – minus 4 Prozentpunkte)
19. Unternehmer (27 % – minus 18 Prozentpunkte)

Vielfältiger, offener und farbiger
Susanne Amann, Spiegel und Astrid Maier, Wirtschaftswoche haben die Plattform „Diverse Media“ gegründet, um Wirtschaftsberichterstattung und Arbeitswelt zu verändern. Sie beklagen, dass sie häufig die einzigen Frauen im Kreis von weißen männlichen Journalisten sind. Der Blick auf die Welt müsse vielfältiger, offener und farbiger werden, denn „zeitgemäßer Journalismus entscheidet mit über das Wohl und die Zukunft unserer Gesellschaft“. https://dverse.media/

Nachrichten meist auf Spiegelonline

2017 ermittelte eine repräsentative Marktanalyse wie und wo sich Nutzer online über Nachrichten informieren. Am häufigsten bei Spiegelonline mit einer Reichweite von 23 Prozent, vor Bild (17 Prozent). Auch genutzt werden Tagesschau, Focus (je 10 Prozent), t-online, ntv, ZDF (je 8 Prozent) und natürlich Facebook (7 Prozent) (Media Perspektiven 10/2017).

Lockende Vorurteile
Claus Kleber argumentiert in seinem Buch „Rettet die Wahrheit“ für unabhängige Medien. Der Moderator des „heute journal“ im ZDF beschäftigt sich mit dem Vorwurf des Grundkonsenses der Medien, dem kritisierten „Main¬stream“. Selbstkritisch beschreibt er auch Wer-tungsmuster, die Einfluss auf Auswahl und Einordnung der Fakten haben können, zum Beispiel Vorstellungen, dass Verbraucherorganisationen eher Vertrauen verdienen als Industrie, Lobbyarbeit weniger der Gesetzesvorbereitung als den Interessen der Wirtschaft dient oder die Wahrheit stets irgendwo in der Mitte liegt. Kleber wirbt bei aller Selbstkritik für professionelles Hinterfragen, Durchbrechen von Klischees und Vorurteilen und eine aufklärerische Haltung.

Treue Radiohörer
Täglich hören 53 Millionen Menschen in Deutschland Radio – im Schnitt drei Stunden lang. Die öffentlich-rechtlichen Programme erreichen 36 Millionen Menschen, die privaten 28 Millionen. Zwei Drittel hören täglich nur ein Programm. Die größten Tagesreichweiten haben WDR, vor SWR und NDR (ma 2017 Radio II).

 

Preissprung bei „Impulse“
Neue Gesichter und neue Preispolitik beim Wirtschafts-magazin „Impulse“. Chefredakteurin ist jetzt Antonia Götsch. Der bisherige Chefredakteur Nikolaus Förster wird Herausgeber. Förster, der „Impulse“ 2012 von Gruner + Jahr durch ein Management Buy-out erwarb, hat das Magazin zu Jahresbeginn auf 19,90 Euro pro Ausgabe verteuert. Das Blatt soll als Premiumprodukt seinen mittelständischen Leserinnen und Lesern geldwerten Nutzen bringen. Die Abonnentenzahl beträgt rund 35.000 Leser.

Abnehmende Finanzkompetenz
Die Deutschen überschätzen ihre Finanzkompetenz. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Bankenverbands hervor. Die meisten Bürger interessieren sich zwar für Wirtschaftsthemen und glauben, dass sie sich in Finanzangelegenheiten gut auskennen. Jedoch entspricht diese Selbsteinschätzung nicht der Realität. So wusste ein Viertel der Befragten nicht, was „Inflation“ bedeutet. Die Kompetenz der Deutschen in Finanzfragen nimmt seit 2014 ab. 2017 verfügten mehr als 60 Prozent über schlechte oder eher schlechte Finanzkenntnisse. 2014 lag der Wert noch bei 56 Prozent. Unter Dreißigjährige zeichneten sich durch eine besonders geringere Finanzkompetenz aus.

Täglich drei Minuten Wirtschaft
Aus einem Programmvergleich der Jahre 2014 bis 2016 der großen Fernsehsender ermittelte das IFEM Institut charakteristische Unterschiede zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Programmanbietern, speziell beim Informationsangebot. Dies sei bei ARD und ZDF im Vergleich zu den Privaten wesentlich vielfältiger. Aller-dings seien in der ARD die Wirtschaftsanteile von 15 Minuten pro Tag im Jahr 2014 auf 13 Minuten in 2016 gesunken. Beim ZDF stiegen sie von 7 auf 8 Minuten, bei RTL gingen sie auf 5 Minuten zurück. Sat.1 beschäftigte sich täglich drei Minuten mit Wirtschaft (Media Perspektiven 5/2017).

 

 

Das Ding des Jahres
Die von Stefan Raab produzierte Erfindershow „Das Ding des Jahres“ ist seit dem 9. Februar um 20:15 Uhr bei ProSieben zu sehen. Joko Winterscheidt, Lena Gercke und Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog bilden die Jury. Über die Geschäftsideen und Erfindungen, zum Beispiel eine 10-Sekunden-Zahnbürste, Toilettenpapier in Taschenform und eine automatische Cocktailmixmaschine entscheidet das Publikum. Der Sieger erhält einen Werbevertrag auf den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe in Höhe von 2,5 Millionen Euro.