Nominierungen 2016

2016 Preissymbol OffiziellIm Wettbewerb des von den Industrie- und Han­delskammern gestifteten Ernst-Schneider-Preises stehen die Nomi­nierun­gen fest. Prominent besetzte Jurys wählten aus Fernsehen, Hör­funk, Online und Print insgesamt 21 Beiträge aus. Die nominierten Beiträge greifen gesellschaftlich besonders relevante Themen auf. Sie ragen heraus, weil sie wirtschaftliche Zusammenhänge ebenso spannend wie unterhaltsam und allgemein verständlich vermitteln. Am 17. Oktober geben die Juroren die Gewinner des Ernst-Schneider-Preis 2016 bekannt. Die Verleihung findet im Karlsruher ZKM, dem Zen­trum für Kunst und Medien, statt. Sie wird von Susan Link, ARD-Morgen­magazin, moderiert. Der offizielle Twitter-Hashtag lautet #esp16.

Auf die 45. Ausschreibung des Journalistenpreises der deutschen Wirtschaft waren über tausend Bei­träge aus allen Lebens- und Arbeitsbereichen eingegangen, dar­unter Stücke von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern, Artikel von ZEIT, F.A.Z., taz, Welt, Spie­gel, Stern und Süddeutscher Zeitung, Wirtschaftsmagazinen, Internet-Portalen und vielen regio­nalen Zei­tun­gen. Die Jurys nominierten:

1.  Internet

Wirtschaft Online (Dotierung 5.000 Euro)

  • Christian Beetz, Tanja Schmoller, Georg Tschurtschenthaler, Bettina Walter, Jakob Vicari: „Falcianis Swiss Leaks“, Gebrueder Beetz Filmproduktion / Polar Star Films / SWR / ARTE
  • Justus von Daniels, Marta Orosz: „TTIP – Der Deal“, Correctiv
  • Anna Tabea Hönscheid, Andreas Menn, Patrick Schuch, Thomas
    Stölzel: „Menn oder Maschine“, Wirtschaftswoche

2. Print

Wirtschaft in überregionalen Printmedien (Dotierung 7.500 €)

Wirtschaft in regionalen Printmedien (Dotierung 7.500 €)

  • Die Jury entscheidet sich einstimmig gegen eine Auszeichnung in dieser Kategorie. Sie nominiert keinen der Beiträge.

Förderpreis (Dotierung: Weiterbildung 2.500 €)

  • Philipp Alvares de Souza Soares, Manager Magazin
  • Gianna Niewel, Süddeutsche Zeitung
  • Florentin Schumacher, Frankfurter Allgemeine Zeitung

3. Hörfunk

Große Wirtschaftssendung (Dotierung 7.500 €)

  • Dominik Bretsch (Red. Dr.Wolfram Wessels): „Abzocke im Schatten der Freizügigkeit“, SWR
  • Florian Meyer-Hawranek (Red. Florian Meyer-Hawranek): „Robot Economy“, BR
  • Christoph Spittler (Red. Klaus Pilger): „Panzerfahren für Papi – Das Geschäft mit den Erlebnis-geschenken, DLF

Kurzbeitrag (Dotierung 5.000 €)

  • Die Jury entscheidet sich einstimmig gegen eine Auszeichnung in dieser Kategorie. Sie nominiert keinen der Beiträge.

4. Fernsehen

Große Wirtschaftssendung (Dotierung 7.500 €)

Kurzbeitrag (Dotierung 5.000 €)

 

Innovation / Unterhaltungssendung (Dotierung 5.000 €)

  • Bastian Brinkmann, Robert Gast, Christoph Giesen, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer: „Swiss Leaks“, Süddeutsche Zeitung
  • Dr. Aeneas Rooch (Red. Joachim Hecker): „Geschenke, Gesundheit, Gewichtszunahme: Wirtschaftswissenschaftliche Weihnachten“, WDR Hörfunk
  • „Plan W“, Dr. Alexandra Borchardt und Susanne Klingner (Konzept), Süddeutsche Zeitung

Über den Internetpreis entschieden:
Franziska Bluhm, Leiterin Digitale Vernetzung Verlagsgruppe Handelsblatt, Dr. Dagmar Gaßdorf, ESP-Vorstand, Christin Martens, Chefredakteurin Business Insider Deutschland, Felix Neubüser, Geschäftsleiter ka-news, Martin Wacker, Geschäftsführer Karlsruhe Event GmbH

Die Entscheidungen in der Printjury trafen:
Werner D‘Inka, Herausgeber F.A.Z., Wolfgang Krach, Chefredakteur Süddeutsche Zeitung, Ulrich Becker, Chefredakteur Südwestpresse, Burkhard Freyberg, Vizepräsident IHK Karlsruhe, Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer IHK Stuttgart

In der Hörfunkjury arbeiteten:
Peter Esser, Vorstand DIHK und ESP, Jan Metzger, Intendant Radio Bremen, Dr. Sebastian Engelbrecht, DeutschlandRadio, Gerd Stracke, Vizepräsident IHK Karlsruhe

Die Fernsehjury bestand aus:
Peter Boudgoust, Intendant SWR, Christine Strobl, Geschäftsführerin Degeto, Kai Sturm, Chefredakteur Vox, Dr. Walter Richtberg, Vorstand ESP, Dietmar Persch, IHK Karlsruhe

Der Ernst-Schneider-Preis ist der Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft. Er ist benannt nach dem Unternehmer und Kunstmäzen Ernst Schneider, der von 1963 bis 1969 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages war. Der Preis der IHKs setzt sich für die Behandlung wirtschaftlicher Themen in den Medien ein und schreibt seit 1971 einen renommierten Autorenwettbewerb aus.

 

Medienbrief 5/16

Lichtkunst aus Karlsruhe

Schloss Karlsruhe LichterspieleDie Schlosslichtspiele (Bild) sind ein Publikumsmagnet dieses Sommers in Karlsruhe. Bei der Projektion kommt Mapping-Technologie zum Einsatz. Dabei legen sich exakt zugeordnete Bilder wie eine Hülle über die Oberflächenstruktur eines Gebäudes und vermitteln dem Betrachter das Gefühl einer neu erschaffenen Wirklichkeit. Kuratiert werden die Schlosslichtspiele vom Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM). Im ZKM selbst findet am 17. Oktober die Verleihung des Ernst-Schneider-Preis statt. Die Künstler des Zentrums konzipieren für die Verleihungsfeier eine spektakuläre Multimedia-Lichtprojektion, die neue Entwicklungen aus der Technologieregion Karlsruhe nutzt.

Berichten, hinterfragen, diskutieren

Seit Ende August ergänzt das Hauptstadtstudio der ARD seine Berichterstattung um eine multimediale Plattform. Auf http://blog.ard-hauptstadtstudio.de treten die Berliner Fernseh- und Hörfunkkorrespondenten mit Internetnutzern in Dialog. Studioleiterin Tina Hassel will im direkten Austausch mit dem Publikum eigene Schwerpunkte setzen und die politische Hintergrundberichterstattung verstärken.

Bremen macht NEXT

Mitte August startete ein crossmediales Angebot von Radio Bremen für junge Menschen. Bremen NEXT wendet sich an Bremerinnen und Bremer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Der Sender will Spaß und Sinnsuche anbieten. „Mit NEXT geht Radio Bremen auf die junge Zielgruppe und deren veränderte Mediennutzungsgewohnheiten zu“, sagte Radio Bremen-Intendant Jan Metzger und kündigte Aktivitäten auf Facebook, Youtube, Instagram und Snapchat an. Das Programm wird auf UKW zu hören sein. Bremen NEXT will auch ein Programm für Migrantinnen und Migranten sein, denn ein Drittel der 14- bis 25-Jährigen haben im Bundesland Bremen Migrationshintergrund. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) hat das neue Programm als eine Expansion zulasten privater Radioangebote kritisiert. www.facebook.com/bremennext

Entscheidungen in Karlsruhe

Printjury 2016 v.l.n.r. FAZ-Herausgeber Werner D'Inka, HGF Andreas Richter, SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach, Chefredakteur Südwestpresse Ulrich Becker, IHK Vizepräsident Burkhard Freyberg

Printjury 2016 v.l.n.r. FAZ-Herausgeber Werner D’Inka, HGF Andreas Richter, SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach, Chefredakteur Südwestpresse Ulrich Becker, IHK Vizepräsident Burkhard Freyberg

In diesem Sommer treten die Schlussjurys des Ernst-Schneider-Preises in Karlsruhe zusammen. Das Bild zeigt die Jury, die am meisten lesen musste und die Entscheidungen über die Preise in der Kategorie Print traf: (von links nach rechts) Werner D’Inka, Herausgeber F.A.Z., Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer IHK Stuttgart, Wolfgang Krach, Chefredakteur Süddeutsche Zeitung, Ulrich Becker, Chefredakteur Südwestpresse, Burkhard Freyberg, Vizepräsident IHK Karlsruhe.

„One“ aus Köln

Der ARD-Sender EinsFestival heißt ab 3. September „One“. Der Sender will ein attraktives Fernsehprogramm für junge Erwachsene machen. Verantwortlich ist der WDR. Im Programm werden zum Beispiel internationale Serien zu finden sein, die eher Jüngere interessieren, die „Tonight Show Starring Jimmy Fallon“, das Gossip-Magazin „Shuffle“, Übertragungen von Musikfestivals und Sport-Highlights. Mit dem Fokus auf Zuschauer zwischen 30 und 49 Jahren ist „One“ in der ARD Kooperationspartner des künftigen „Jungen Angebots“ von ARD und ZDF, das im Oktober startet und für die 14- bis 29-Jährige gedacht ist. Das „Junge Angebot“ wird als reines Internetprogramm nur im Netz zu sehen sein.

Algorithmen-Watch gegründet

2016 Daten2Die in Kaiserslautern tätige Hochschullehrerin Katharina Zweig hat im Mai 2016 mit den Journalisten Matthias Spielkamp und Lorenz Matzat sowie der Internet-Governance-Expertin Lorena Jaume-Palasí die Initiative Algorithmen-Watch gegründet. Sie will mehr Transparenz und demokratische Kontrolle bei Prozessen algorithmischer Entscheidungsfindung erreichen. Algorithmen bieten nach Auffassung der Informatikprofessorin sowohl enorme Chancen als auch Gefahren: „Wir müssen entscheiden, wie viel unserer Freiheit wir übertragen wollen.“ http://algorithmwatch.org/

Bild mit Finanzportal

Seit kurzem bündelt Bild Finanzthemen in dem neuen Portal „Mein Geld“. Leser können sich in Rubriken wie „Eigenheim und Miete“, „Gehalt und Steuern“ oder „Leben und Sparen“ informieren. Hinter der Idee steht Nikolaus Blome: „Wir wollen unseren Lesern die oftmals komplex und kompliziert erscheinenden Finanzthemen präzise, pointiert und leicht verständlich aufbereiten.“ http://www.bild.de/geld/mein-geld/mein-geld/mein-geld-46332734.bild.html

Wirtschaftsnachrichten aus Hamburg

2016 Hamburg WirtschaftsnewsErstmals mehr als eine Million Page Impressions hat das Wirtschaftsnachrichtenportal http://www.hamburg-news.hamburg/de/. Die „Hamburg News“ starteten im Juli 2014. Ein Redaktionsteam erstellt auf Deutsch und Englisch Berichte rund um den Wirtschaftsstandort Hamburg. Partner sind die Hansestadt, die Wirtschaftsförderung und auch die Handelskammer Hamburg.

Mehr Digital-Abos verkauft

Viele Tageszeitungen mussten nach den IVW-Zahlen für das zweite Quartal 2016 erneut Auflagenverluste hinnehmen. Besser sah es beim Handelsblatt aus. Hier stiegen die Verkaufszahlen um zwei Prozent auf 126.000 Exemplare. Der Zuwachs speist sich aus Digital-Abos. Die Düsseldorfer konnten die digitalen Verkäufe um 11.000 auf jetzt 37.000 steigern. Das kleine Auflagenplus der ZEIT (plus 0,2 Prozent) auf jetzt 505.000 verkaufte Exemplare liegt, wie Meedia ermittelte, ebenfalls an einem Zuwachs im digitalen Verkauf (plus 13.000 Exemplare).

Lange Nächte

Drei Stunden Radio – und das in der Nacht: Die „Lange Nacht“ ist ein Unikat in der deutschsprachigen Radiolandschaft. Am 3./4. September heißt es „Das Flüstern der Dinge – über die total vernetzte Welt“ (Deutschlandradio Kultur 0:00 bis 3:00 Uhr, Deutschlandfunk am Folgetag 23:00 bis 2:00 Uhr.

 

 

Medienbrief 4/16

Shortlist 2016 online

2916 Preissymbol LupeElf Vorauswahlkommissionen haben im Frühjahr aus 1.200 Einreichungen zum Ernst-­Schneider-Preis die besten Wirtschaftsbei­trä­ge aus­ge­wählt. Hier finden Sie die Shortlist. Die Nominierungen zum Ernst-Schneider-Preis 2016 nehmen die Schlussjurys bis zum 21. September vor. Die Preise werden am 17. Oktober im Karlsruher ZKM, dem Zentrum für Kunst und Medien, verliehen.

Weniger Zeit für Wirtschaft

Interview158 Journalistinnen und Journalisten äußerten sich in einer Umfrage des Ernst-Schneider-Preises zur Lage des Wirtschafts­jour­na­lismus. Die personelle Besetzung ihrer Redaktion halten zwei von drei Befragten für nicht mehr ausreichend. Dadurch fehle Zeit für Recherche. Hier eine Auswahl der vielen Kommentare zur Qualität der Berichterstattung:

Es geht häufig nur darum, Krisen hochzuschreiben, aber weniger um Kontext und Einordnung.

Durch den Sparkurs in vielen Redaktionen fehlen Expertise, Fachwissen und Kontakte. Themen werden häufig erst dann gesetzt, wenn sie aktuell sind, Analysen und langfristige Einschätzungen finden immer weniger statt.

Ich sehe viele, teilweise unseriöse Verbrauchertests.

Im öffentlich-rechtlichen TV wird es zunehmend schwieriger, Zeit für die Recherche von Wirtschaftsthemen honoriert zu bekommen.

Seit der Finanzkrise macht sich eine kapitalismuskritische Sicht und eine Staatsgläubigkeit breit.

Es wird nicht über Deutschland hinausgedacht; Debatten, die andernorts geführt werden, werden hierzulande nicht wahrgenommen.

Im Vergleich zum angelsächsischen Raum neigen wir immer noch dazu komplexe Themen eher „akademisch“ anzugehen – mehr Mut zu Emotionen und ein stärkerer Alltagsbezug würde vielen vermeintlich „trockenen“ Themen gut tun.

Berichterstattung wird seit Jahren immer werbe- und pr-trächtiger

Kenntnisse werden weniger und Ideologie vernebelt den Rest.

Skandalisierung und Personalisierung, Be­die­nung (eigener und beim Leser vermuteter) vorgefasster Mei­nun­gen treten an die Stelle des kritischen Diskurses…. Starke Polarisierung, z.B.: Familienunternehmen sind gut, Konzerne schlecht. … Das Weltbild ist wichtiger als die Realität mit ihren interessanten, aber recherchebedürftigen Facetten.

Der neoliberale Mainstream aus den 90er-Jahren hält sich in den Wirtschaftsredaktionen hartnäckig und ignoriert die Wende in der Wissenschaft. Die meisten Wirtschaftsjournalisten hängen am Mund der Unternehmer und ihrer Verbände.

Das Internet hat die Qualität negativ beeinflusst, zu viele Schnellschüsse.

Abgesehen von einschlägigen Tageszeitungen wie dem Handelsblatt und auch der F.A.Z. gibt es wenig mediale Ecken, in denen täglich fundiert über Wirtschaftsthemen berichtet wird. Man erkennt die ausgeprägte Mediatisierung einzelner „Skandalthemen“ zu Lasten der Wirtschaftsberichterstattung.

Europameister Rumänien

In Europa schauen die Menschen unterschiedlich lange fern. Spitzenreiter sind die Rumänen mit täglich 340 Minuten, gefolgt von den Serben und Portugiesen (jeweils rund 300 Minuten). Deutschland rangiert mit 221 Minuten im Mittelfeld. Fast schon abstinent wirken dagegen die (deutschsprachigen) Schweizer mit 128 Minuten pro Tag.

Erkenntnisgewinn mit Gürne

Seit Mai hat der ARD-Wirtschaftsexperte Markus Gürne eine Sendung auf Phoenix. Der Leiter der ARD-Börsenredaktion moderiert das „Wirtschaftsforum“ aus der Frankfurter Börse sonntags um 13 Uhr. Bei kress.de sagte Gürne, die Zuschauerinnen und Zuschauern dürften auf Erkenntnisgewinn hoffen. Das „Wirtschaftsforum“ ist auch im Phoenix-Youtube-Kanal abrufbar.

Jeden Tag drei Stunden Radio

Drei von vier Personen schalten täglich das Radio ein und hören jeden Tag 173 Minuten, ermittelte eine Studien von ARD und ZDF. Mehr Zeit verbringen die Menschen nur vor dem Fernseher. Bei den Jüngeren ist die Hördauer auf 137 Minuten gesunken. Am Zeitbudget frisst das Internet, das im Durchschnitt täglich 107 Minuten genutzt wird.

Die Politiker und die Wahrheit

2016 Faktenzoom

Die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft hat untersucht, ob die Aussagen von Politikern in Talkshows stimmen. Die angehenden Journalistinnen und Journalisten prüften die Aussagen von sieben Politikern in den Talkshows „Anne Will“, „Hart aber fair“, „Maybrit Illner“ und „Menschen bei Maischberger“. Der Erhebung zufolge war fast jede siebte Talkshow-Behauptung nicht zutreffend. Negativer Spitzenreiter war Frauke Petry (AfD) vor Markus Söder (CSU). Besser machte es der CDU-Politiker Armin Laschet.

Die Politik und die Unfälle

Nur fünf Prozent der Themen in der Tagesschau sind Wirtschaftsnachrichten. Bei RTL sind es drei Prozent. Am späteren Abend steigt der Wert: Bei den Tagesthemen auf acht, beim heute journal auf neun Prozent. Diese Zahlen ermittelte das Ifem Institut für 2015. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern dominieren in den Nachrichten politische Themen, bei den Privaten Alltagsthemen, Unfälle, Katastrophen sowie Kriminalität. Beide Sendergruppen berichteten ähnlich intensiv über die Flüchtlingskrise.

Snapchat vor Twitter

2016 SnapchatNach Angaben von Bloomberg verwenden täglich 150 Millionen Nutzer Snapchat. Vor sechs Monaten waren es noch rund 110 Millionen. Snapchat hat damit Twitter überholt. Snapchat ist bei Jugendlichen populär. Es funktioniert wie ein Tagebuch, das Nutzer temporär anderen zeigen. Die Nutzer teilen Fotos auf Snapchat, die oft mit Emoticons und bunten Zeichnungen versehen sind. Andere Nutzer können diese mit ihren Fotos kommentieren. Die verbreiteten Inhalte verschwinden nach einiger Zeit wieder. Der Nutzer kann auch „Events“ anwählen, die sogenannte „snaps“, und Fotos von verschiedenen Nutzern zu einem Thema zeigen.

Nachwuchs aus Köln

Die RTL-Journalistenschule wählt ihren neunten Jahrgang aus. Von 390 Bewerbern werden 28 Bewerber genommen, die die zweijährige Ausbildung durchlaufen. Die angehenden Fernseh- und Onlinejournalisten absolvieren Praktika bei in- und ausländischen Redaktionen, mittlerweile auch bei öffentlich-rechtlichen Sendern.

Gegen den Strom

OXI heißt eine Wirtschaftszeitung, die der frühere Chefredakteur der Frankfurter Rundschau Wolfgang Storz gegründet hat. „Oxi“, Nein auf Griechisch, bezieht sich auf die Haltung der Blattmacher gegen „Mainstream und Marktradikalismus“. Themen der ersten Ausgabe lauten „Arme denken nicht an morgen“ oder „Die wollen nicht wachsen. Spinnen die?“

Shortlist Ernst-Schneider-Preis 2016

Aus 1.200 Einreichungen zum Ernst-Schneider-Preis haben im Frühjahr elf Vorjurys, besetzt mit vielen Chefredakteuren, die besten Wirtschaftsbeiträge ausgewählt. Hier finden Sie die Shortlist. Sie ist in Fernsehen, Hörfunk, Print, Internet und Innovation / Unterhaltungssendung gegliedert. Im Laufe des Sommers nehmen die unten genannten Jurys die Nominierungen zum Ernst-Schneider-Preis 2016 vor. Wir werden die Entscheidungen am 22. September bekannt machen. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe statt. Susan Link wird die Verleihung moderieren.

 

Fernsehen

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „Wohlstand für alle“: Dr. Tilman Achtnich (Red. Harald Schabrani), ARD / SWR
2. „Das Märchen von der Elektromobilität“: Katharina Adami / Josef Streule (Red. Carl Hermann Diekmann), ARD / BR
3. „Team Wallraff – Reporter Undercover – Schulessen aus Großküchen“: Stefanie Albrecht (Red. Stefanie Albrecht), RTL
4. „Wie der tiefe Ölpreis die Welt verändert“: Urs Bachofner/ Claudia Ghnehm / Harry Stitzel (Red. Reto Gerber), SRF
5. „Ausländer bevorzugt – Chinas Reich der Träume“: David Borenstein (Red. Sabine Rollberg), ARTE / WDR
6. „Chinas Macht auf dem Meer“: Dr. Ingo Herbst (Red. Thomas Jansen), 3Sat (ZDF)
7. „Der Glanz der Schattenwirtschaft“: Jan Kerckhoff (Red. Armin Olbrich), BR
8. „Prima Klima – Ventilatoren und Motoren von ebm-papst aus Mulfingen“: Hanspeter Michel (Red. Dieter Pahlke), SWR
9. „Wem gehört der Osten?“: Ariane Riecker (Red. Silke Heinz), MDR

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „Keine Zinsen“: Steffen Clement (Red. Sabine Elke), ARD / hr
2. „Sicherheitsrisiko Kopierer: Hochsensible Daten frei Haus“: Manuela Dursun (Red. Brigitte Schalk / Clemens Bratzler), ARD / SWR
3. „Loseisen“: Kai-Hendrik Haß (Red. Klaus Geiges), WDR
4. „Giftige Lederproduktion“: Anne Hinder (Red. Carl Hermann Diekmann), ARD / BR
5. „Verschwenderisch: Steuergeld für kaum genutzte Häfen“: Nils Naber (Red. Martin Munz), NDR
6. „Griechenland in der Krise – Zu Besuch bei Ioannis und seiner Familie“: Christine Roskopf (Red. Manuela Kalupke), ARD / WDR
7. „Müllsäcke-Nutzungsverbot in Pattensen“: Daniel Sprenger (Red. Alicia Anker), NDR
8. „Zeitreise: Bleistiftfabrik“: Benjamin Unger (Red. Andre Keil), NDR
9. „Arbeitsvermittler“: Knud Vetten (Red. Anja Riediger), MDR

 

Hörfunk

Kategorie: Große Wirtschaftssendung
1. „Den Untergang überlebt! NRW Industrien im Wandel“: Katrin Boers  (Red. Frank Christian Starke), WDR
2. „Abzocke im Schatten der Freizügigkeit„: Dominik Bretsch (Red. Dr. Wolfram Wessels), SWR
3. „Abgebrannt – Vom schwierigen Neustart einer Holzhausfirma“: Florian Hartmann (Red. Ernest Lang), BR
4. „Outlet everywhere – Der Handel kannibalisiert sich weiter“: Dieter Jandt (Red. Frank Christian Starke), WDR
5. „Die Waffen einer Stadt – Heckler & Koch in Oberndorf“: Kai Laufen / Alexander Drechsel (Red. Walter Filz, Holger Schmidt), SWR
7. „Transparenz für Anleger – Regulierung des grauen Kapitalmarkts“: Ursula Mayer (Red. Frank Christian Starke), WDR
7. „Robot Economy“: Florian Meyer-Hawranek (Red. Oliver Buschek), BR
8. „Internet der Dinge – Gefahren und Chancen der digitalisierten Welt“: Jan Rähm (Red. Ulrike Winkelmann), DLF
9. „Switch off Shanghai!“: Tom Schimmeck (Red. Christiane Glas), NDR
10. „Das Ende der Siemens-Familie“: Stefan Schmid (Red. Frank Müller), BR
11. „Panzerfahren für Papi – Das Geschäft mit den Erlebnisgeschenken“: Christoph Spittler (Red. Klaus Pilger), DLF
12. „Fahrradklau – Von Diebesbanden und Bügelschlössern“: Frank-Christian Starke / Heiner Wember (Red. Frank Christian Starke), WDR

Kategorie: Kurzbeitrag
1. „Durch den Tag (5-teilig)“: Inga Graber (Red. Inga Graber), Ems Vechte Welle
2. „Schicht im Schacht – NRW-Zechen machen dicht (5-teilig)“: Jörg Marksteiner / Peter Lautsch / Frank Stach / Sebastian Auer (Red. Kirsten Pape), WDR
3. „3-2-1 meins: Gründung von Ebay“: Martina Meißner (Red. Michael Rüger), WDR
4. „Geschenke, Gesundheit, Gewichtszunahme: Wirtschaftswissenschaftliche Weihnachten“: Aeneas Rooch (Red. Joachim Hecker), WDR
5. „Gründung des Deutschen Städtetags“: Marko Rösseler (Red. Hildegard Schulte), WDR

Print

Kategorie: Wirtschaft in überregionalen Printmedien
1. „Ein Hebel, der die Pleite bringt“: Michael Brächer, Handelsblatt
2. „Swiss Leaks“: Bastian Brinkmann / Robert Gast / Christoph Giesen / Frederik Obermaier / Bastian Obermayer, Süddeutsche Zeitung
3. „Sie nennen es Sterbehaus“: Marc Brost / Andres Veiel, Die Zeit
4. „Atomkraft? Nie wieder!“: Jürgen Flauge/, Klaus Stratmann, Handelsblatt
5. „Laden und Sein“: Jan Grossarth, FAZ
6. Der Preis des Überlebens„: Heike Haarhoff / Saskia Hödl, taz
7. „Trösten und Triezen“: Max Haerder, Wirtschaftswoche
8. „Made for China“: Malte Henk, Die Zeit
9. „Die Scharlatane“: Getrud Hussla / Massimo Bognanni / Michael Brächer / Sönke Iwersen, Volker Votsmeier / Andreas Dörnfelder, Handelsblatt
10. „Wer hat das Kommando?„: Dietmar Lamparter, Die Zeit
11. „Die Geldverschicker“: Caterina Lobenstein / Arne Storn, Die Zeit
12. „Wie im Krieg“: Martin Mehringer, Lebensmittel Zeitung
13. „Schlechtes Leder“: Florian Willershausen, Wirtschaftswoche

Kategorie: Wirtschaft in regionalen Printmedien
1. „Der Einkaufswahnsinn“: Jasmin Amend, Schwäbische Zeitung
2. „In fremder Haut“: Steffen Beikirch / Tino Zippel / Volkhard Paczulla / Jens Voigt, Ostthüringer Zeitung
3. „Zukunft der Arbeit – Arbeit der Zukunft“: verschiedene AutorenInnen der Mittelbayerischen Zeitung
4. „Windige Geschäfte“: Jens Heitmann, Hannoversche Allgemeine Zeitung
5. „So viel Region steckt in einem Airbus 380“: Thorsten Karbach, Aachener Zeitung
6. „Schleswig-Holstein Digital“: verschiedene AutorenInnen der Kieler Nachrichten
7. „Kölner Stadt-Anzeigerin“: verschiedenene AutorenInnen (Projektleitung Claudia Lehnen), Kölner Stadt-Anzeiger
8. „Region unter Strom“: Patrick Nowicki / Claudia Schweda, Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten
9. „Starker Handel, Starke Städte“: Katharina Vössing, Braunschweiger Zeitung

Kategorie: Förderpreis
1. Philipp Alvares de Souza Soares, Manager Magazin
2. Gianna Niewel, Süddeutsche Zeitung
3. Florentin Schumacher, FAZ

 

Internet

Kategorie: Wirtschaft Online
1. „Falcianis Swiss Leaks – Der große Bankdatenraub“: Christian Beetz/ Tanja Schmoller / Georg Tschurtschenthaler / Bettina Walter, Gebrüder Beetz Filmproduktion / Polar Star Films / SWR / ARTE
2. „Parteispenden im Wahljahr 2013“: Stefan Beutelsbacher / Alexander Blotny / Kritsanarat Khnunkham / Moritz Klack / Andreas Maisch / Frederik Merz / Christopher Möller / Lars-Marten Nagel / Marcel Pauly / Igor Savchenko / Nando Sommerfeldt / Karin Sturm /Tobias Ullersperger / Anna Wagner / Holger Zschäpitz, Welt Online
3. „Quantified Self“: Patrick Beuth / Alina Schadwinkel /Thorsten Schröder / Thomas Pletzinger / Marin Majica / Max Rauner / Byung-Chul Han, Zeit Online
4. „TTIP – Der Deal“: Justus von Daniels / Marta Orosz, Correctiv
5. „Was ich noch nie über Wirtschaft wissen wollte“: Diverse, MESH Collective
6. „Die dunkle Seite des Zuckers“: Marianna Falck, FAZ
7. „Der chemisch-industrielle Komplex und die Sicherheit der Fabrik nebenan“: Rico Grimm, Krautreporter / WDR
8. „TTIP – Chance oder Gefahr?“: Bastienne Hamann / Carsten Immel / Carmen König / Ralf Steinbrecher, ZDF
9. „Wem gehört der Osten?“: Marianne Harr, MDR
10. „Lobbyradar“: Michael Hartlep / Jan Schneider / Dominik Wurnig, Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ)
11. „Menn oder Maschine“: Anna Hönscheid / Andreas Menn / Patrick Schuch / Thomas Stölzel, Wirtschaftswoche
12. „Norwegens Schatz“: Niklas Hoyer / Thomas Stölzel, Wirtschaftswoche
13. „Startup Bavaria“: Klaus Kranewitter / Tobias Klose / Lina Timm / Tobias Martin / Lea Kent / Anika Tietze, BR
14. „Die Erde geht online“: Andreas Menn / Thomas Stölzel / Anna Tabea Hönscheid, Wirtschaftswoche
15. „Machtkampf am Nordpol“: Andres Menn / Thomas Stölzel / André Pfannenschmidt, Wirtschaftswoche
16. „Zinsjagd: Vielen Dank Deutschland!“: Marcus Pfeil / Christian Salewski, Follow the Money / Die Welt / Correctiv
17. „Virtuelle Redaktion für Sparkassen-Recherche“: Jonathan Sachse / David Schraven / Simon Jockers / Simon Wörpel / Stefan Wehrmeyer, Correctiv
18. „Autozulieferer: Angriff auf die Jobmaschine“: Martin Seiweert / Anna Tabea Hönscheid / Thomas, Thomas / Andreas Menn, Wirtschaftswoche

Innovation / Unterhaltungssendung

1. „Liebe bringt’s“: Shanli Anwar / Herbert Kordes (Red. Caroline Hoffmann / Eva Lindenau), WDR, Fernsehen
2. „Deine Arbeit, Dein Leben!“: Luzia Schmid (Red. Lena Brochhagen), WDR, Fernsehen
3. „Deine Arbeit, Dein Leben – Probezeit!“: Ulrich Biermann (Red. Martina Müller-Wallraf, WDR, Hörfunk
4. „Let’s Play: Griechenland Manager“ und „Let’s Play: VW-Skandal“: Adrian Engels / Markus Riedinger (Red. Hartmut Krause), WDR, Hörfunk
5. „Plan W“: verschiedene AutorInnen, Redaktion Dr. Alexandra Borchardt und Susanne Klingner, Süddeutsche Zeitung, Print
6. „Die Geschichte des Südwestens (davon Episode ‚Industrialisierung‘)“: Bettina Fächer / Sandra Kaupmann / Wolfgang Walk, SWR / Hochschule Trier / Exozet Berlin, Internet

 

Jurys

Fernsehen
Dr. Peter Boudgoust, Intendant SWR
Dietmar Persch, Pressesprecher IHK Karlsruhe
Dr. Walter Richtberg, Vorstand Ernst-Schneider-Preis
Christine Strobl, Geschäftsführerin Degeto
Kai Sturm, Chefredakteur Vox

Hörfunk
Peter Esser, Vorstand DIHK und Ernst-Schneider-Preis
Andrea-Alexa Kuszák, Geschäftsführerin Radio Neue Welle
Jan Metzger, Intendant Radio Bremen
Dr. Willi Steul, Intendant DeutschlandRadio
Gerd Stracke, Vizepräsident IHK Karlsruhe

Print
Ulrich Becker, Chefredakteur Südwestpresse
Werner D‘Inka, Herausgeber F.A.Z.
Burkhard Freyberg, Vizepräsident IHK Karlsruhe
Wolfgang Krach, Chefredakteur Süddeutsche Zeitung
Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer IHK Stuttgart

Internet
Franziska Bluhm, Leiterin Digitale Vernetzung Verlagsgruppe Handelsblatt
Dr. Dagmar Gaßdorf, Vorstand Ernst-Schneider-Preis
Christin Martens, Chefredakteurin Business Insider Deutschland
Felix Neubüser, Geschäftsleiter ka-news
Martin Wacker, Geschäftsführer Karlsruhe Event GmbH

 

Stimmungsbild Wirtschaftsberichterstattung 2016

Online-Umfrage Ernst-Schneider-Preis der IHKs:
Journalisten unterschätzen Wirtschaftsthemen
(zu den grafisch aufbereiteten Ergebnissen der Umfrage)

Aus Sicht von Journalistinnen und Journalisten wird die Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland schlechter. Dies liege daran, dass die Bedeutung von Wirtschaft für die Gesellschaft von Journalisten selbst tendenziell unterschätzt werde. Zudem mache sich der Spar­kurs in den Redaktionen negativ bemerkbar. Es fehle zunehmend an Expertise, Fachwissen und Kontakten. Themen würden häufig erst aufgegriffen, wenn sie aktuell werden, Analysen und langfristige Einschätzungen fänden immer weniger statt. Außerdem räume das Fernsehen Wirtschaftsthemen erheblich zu wenig Platz ein.

Dies sind Ergebnisse einer Online-Umfrage des Ernst-Schneider-Preis. An ihr haben 158 Journalisten teilgenommen. 48 gaben an für das Fernsehen zu arbeiten, 43 für Zeitungen, 39 für Onlinemedien, 28 für den Hörfunk, 23 für Zeitschriften. 22 Autorinnen und Autoren arbeiten frei, vier sind für Nachrichtenagenturen tätig. Mehrfachnennungen waren möglich. Die zahlreichen Anmerkungen der Befragten ermöglichen einen differenzierten Blick auf den Wirtschaftsjournalismus.

Die personelle Besetzung ihrer Redaktion halten 65 Prozent für nicht mehr ausreichend (Vorjahr 53 Prozent). Dadurch stehe nicht mehr genügend Zeit für Recherche zur Verfügung, meinten 61 Prozent (Vorjahr 45 Prozent). Entsprechend sinke die Qualität. Zwar gebe es große Autorenleistungen und herausragende Recherchen, aber in der Gesamtschau auch viel Oberflächlichkeit. 56 Prozent stuften die Wirtschaftsberichterstattung als mittelmäßig bis schlecht ein (Vorjahr 52 Prozent).

Selbstkritisch beklagen die Journalistinnen und Journalisten eine Verengung der Themen auf Verbraucherberichterstattung und eine Tendenz zur Skandalisierung. Der Einfluss von Unternehmens- und Produkt-PR wachse. Viele sehen einen Trend zu Mainstream-Themensetzung mit Mainstream-Meinungsausrichtung. Beispiele sind TTIP und der Streit um die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung in der EU. An die Stelle eines kritischen Diskurses träte die Bedienung eigener und beim Leser vermuteter vorgefasster Meinungen, Familienunternehmen seien zum Beispiel gut, Konzerne schlecht. Das Weltbild sei zu häufig wichtiger als die Realität mit ihren interessanten, aber recherchebedürftigen Facetten.

Eine von 69 auf 75 Prozent der Befragten gestiegene Anzahl von Journalistinnen und Journalisten bedauert, zu wenig zu tun (oder tun zu können), um anspruchsvolle Wirtschaftsthemen zu vermitteln. Im Vergleich zum angelsächsischen Raum neige man immer noch dazu, komplexe Themen „akademisch“ anzugehen – mehr Mut zu Emotionen und ein stärkerer Alltagsbezug würde vermeintlich „trockenen“ Themen gut tun.

Deutliche Kritik üben Journalisten an der Themenstruktur in Fernsehen und Radio. 81 Prozent (Vorjahr 75 Prozent) sind der Ansicht, dass wirtschaftliche Themen im Fernsehen nicht genügend Sendezeit haben, 71 Prozent sehen einen vergleichbaren Mangel im Hörfunk. Anders sieht es im Internet und bei Print aus. Mit Blick auf das Internet sagen 62 Prozent, dass das Angebot dort ausreichend sei, bei Zeitungen und Zeitschriften sind es 84 Prozent.

Die Befragten wagten einen Blick auf Themen, an denen das Interesse steigen wird. Sie zählen dazu Altersvorsorge, Einkommensverteilung, Digitalisierung, Energie und Zuwanderung. Als Trendthemen des Jahres 2016 sehen die Befragten Flüchtlings­krise / Integration in den Arbeitsmarkt, Europa / „Brexit“, und die Handelsabkommen.

Die Befragten gaben eine Einschätzung ab, wohin sich der mediale Wett­bewerb entwickeln wird. Bei der Berichterstattung über aktuelle Themen setzen die meisten auf das Internet. Eine gegenüber früheren Umfragen noch einmal gestiegene Anzahl von Journalisten ist der Meinung, dass Hintergrundgeschichten ebenso wie wirtschaftspolitische Beiträge sich auf Printmedien kon­zentrieren werden. Die Lokalberichterstattung erwarten die Befragten auf absehbare Zukunft am ehesten in Zeitungen; Internetangebote holen jedoch auf. Bei Service- und Verbraucherthemen liegt das Fernsehen in der Erwartung vorne.