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Medienbrief 2/16

Juroren aus der ersten Reihe

2016 ZKM

Elf Vorjurys haben begonnen, die zum 45. Wettbewerb um den Ernst-Schnei­der-Preis eingereichten Beiträge zu bewerten. Es ist eine intensive Beschäftigung mit den besten journalistischen Artikeln zu den Hintergründen der Migration, zur Digitali­sierung der Wirtschaft, zum Onlinehandel, zu TTIP, zur Elektromobilität, dem Biobusiness, der schlechten Ver­kehrs- sowie IT-Infrastruktur und – wie nicht an­ders zu erwarten – zur Griechenlandkrise. Als Juroren für die Schlussjurys konnten bereits gewonnen werden: Peter Boudgoust, Intendant des SWR, Dr. Willi Steul, Intendant des DeutschlandRadios, Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, Christine Strobl, Geschäftsführerin der Degeto, Franziska Bluhm, Leiterin Digitale Vernet­zungen Handelsblatt und Kai Sturm, Chefredakteur von Vox. Die Preisverleihung richtet in diesem Jahr die IHK Karlsruhe aus. Die Feier wird am Abend des 17. Oktober im imposanten ZKM, dem Zentrum für Kunst- und Medientechnolo­gie, stattfinden (siehe Bild).

Kapitulation vor Kommentaren

Im Internet schwinden offenbar immer weiter die Hem­mungen. Aggressive, oft strafrechtliche relevante Kom­men­­tare unter veröffentlichten Artikeln nehmen zu. Eine Um­fra­ge des „Journalist“ im März 2016 hat ergeben, dass allein in den vergangenen zwölf Monaten 27 deutsche Zeitungsredaktionen ihre Online-Kommentarfunktion unter einzelnen Beiträgen ein­ge­schränkt oder ganz eingestellt haben. Anderen Medien ge­lingt es nur mit wachsendem Aufwand das Leserecho zu moderieren.

Walser und die Wirtschaft

In einem Interview im Handelsblatt sagte Martin Walser, dass ein Schriftsteller über Wirtschaftskenntnisse verfügen sollte. Wenn er einen Ro­man lese und nicht erfahre, wovon der Held lebe, sei sein Interesse schon halbiert. Walser überraschte mit dem Satz, ihm sei Warren Buffett so wichtig wie anderen Leuten Thomas Mann: „Das Feuilleton lebt von Ansichten, der Wirtschaftsteil von Wirklichkeit.“ Walsers Eltern betrieben ein Bahnhofsrestaurant und eine Kohlen­handlung.

Digitale Lichtblicke

Die überregionalen Tageszeitungen verloren im vierten Quartal 2015 Leser. Besser sah es nur beim Han­delsblatt und bei der taz aus. Prominentester Verlierer war Bild. Nur noch etwas mehr als 1,8 Mio. Exemplare setzt Bild pro Erschei­nungstag ab. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einem Minus von 12 Prozent. Die Welt verlor im gleichen Zeitraum sogar 14 Prozent. Verluste erlitten nach Berechnungen von Meedia auch die Süddeutsche Zeitung (minus 3,5 Prozent) und die Frank­furter Allgemeine (minus 6,6 Prozent). Die Verluste konnten zum Teil ausgegli­chen werden. So meldete die Verlagsgruppe der FAZ Erfolge im Internet: F.A.Z. und die FAS lesen inzwischen mehr als 56.000 Leser als E-Paper. Die Digitalisierungsquote, also der E-Paper-Anteil am Gesamtverkauf, liegt bei zwölf Prozent und damit über dem anderer großer Blätter. Die FAZ-App „Der Tag“ haben 195.000 Leser auf ihr Handy geladen.

Mehr Junge hören Infokanäle

2016 DLF

©DeutschlandradioB.FuerstFastré

Der private nordrhein-westfälische Lokalsenderverbund Radio NRW wird in Deutschland am häufigsten gehört. 1,6 Millionen Hörer schalten eins der über 40 Lokalradios zwischen Rhein und Lippe in einer Durchschnittsstunde ein, so die neue Reichweitenuntersuchung Radio MA vom März 2016. Meistgehörter Einzelsender bleibt der ebenfalls private Sender Antenne Bayern, der seine Reichweite um gut drei Prozent steigern konnte. Danach folgen die großen öffentlich-rechtlichen Sender. Mehr Hörer als früher hatten die Informationssender B5 aktuell, WDR5 sowie die entsprechenden Wort-Kanäle von NDR, MDR, SWR und HR. Diesen Zuwachs verdankten die Sender, wie Meedia ermittelte, vor allem den unter 40-Jährigen. Unangefochtener Marktführer im Segment der Infowellen ist mit großem Abstand der Deutschlandfunk. Die Tabelle listet die größten Sender, ihre Hörer und die prozen­tuale Veränderung zur letzten Untersuchung auf.

  1. Radio NRW, 1,3 Mio,  minus  2 Prozent.
  2. Antenne Bayern 1,3 Mio,  plus 3,2 Prozent.
  3. SWR 3, 1,2 Mio, plus 4,1 Prozent.
  4. WDR 2, 1 Mio, plus  0,8 Prozent.
  5. Bayern 1, 1 Mio, plus 1,6 Prozent.
  6. 1Live, 1 Mio, minus 4 Prozent.
  7. Bayern-Funkpaket, 1 Mio, plus 6,5 Prozent.
  8. Bayern 3, 0,8 Mio, minus 2,5 Prozent.
  9. NDR 2, 0,8 Mio, minus 7,8 Prozent.
  10. WDR 4, 0,7 Mio, minus 1,0 Prozent.

 Deichmann, Tchibo, Dr. Oetker

Ab April sendet die ARD montags um 20:15 Uhr wieder Marken-Checks. In den neuen Folgen stehen Traditionsunternehmen im Mittelpunkt. Am 25. April beginnt die Staffel mit dem „Deichmann-Check“. Eine Woche später steht „Tchibo“ auf dem Programm, zum Abschluss stellt das Erste am 9. Mai „Dr. Oetker“ vor. Der WDR prüft Produkt, Preis und Qualität und wirft einen Blick auf Produktionsbedingungen sowie Markenversprechen.

Wintersport statt Europaberichterstattung

„Die gerade beendete Wintersport-Saison 2015/16 hat beim Fernsehpublikum erneut großes Interesse ausgelöst. Durchschnittlich 2,43 Millionen Zuschauer verfolgten die Übertragungen im Ersten“, freut sich die ARD. Insgesamt habe man 174 Stunden über den weißen Sport berichtet. Die Kehrseite dieses Erfolges ist ein Verlust an Europaberichterstattung, die in Zeiten von Brexit und Flüchtlingskrise große Bedeutung hat. Sie findet sonntags nach dem „Presseclub“ regelmäßig im „Europamagazin“ der ARD statt – und fiel ebenso regelmäßig wegen Wintersport aus.

Wie das Handelsblatt Leser bindet

Das Handelsblatt hat einen Wirtschaftsclub gegründet. Leser erhalten persönlichen Zugang zur Handelsblatt-Redaktion und können zum Beispiel im Newsroom an der Wall Street einen Desk-Sharing-Arbeitsplatz benutzen. In der Club-Bibliothek steht den Mitgliedern eine Up- und Download-Plattform für Studien, Vorträge und E-Books zur Verfügung.

Wie Google Leser findet

Eine internationale Jury hat kürzlich entschieden, welche Projekte aus dem mit 150 Millionen Euro gefüllten Digital News Innovation Fonds von Google gefördert werden. Der Innovationsfonds wurde im vergangenen Jahr mit europäischen Nachrichten-Verlagen gebildet. Er soll innerhalb der kommenden Jahre innovative digitale Medi­enprojekte in Europa fördern. Der Google-Fonds verteilte 27 Millionen Euro in 23 Ländern. Auf deutsche Projekte entfielen knapp fünf Millionen Euro. So bekommt zum Beispiel die WirtschaftsWoche Geld für die Entwicklung einer Software, die automatisiert Neuigkeiten unter ande­rem aus Forschungseinrichtungen liefern soll. Der Berli­ner Tagesspiegel erhält rund 250.000 Euro für die Weiter­entwicklung seines Debattenportals Causa und die Kob­lenzer Rhein-Zeitung rund 500.000 Euro für eine App, die Social Media, Mails und News verknüpfen soll. Die F.A.Z. erhält einen Zuschuss für einen intelligenten Mechanismus zur individuellen Aufbe­reitung von digitalen Zeitungsinhalten für Smartphone, Tablet und PC.

 

Mehr Wirtschaft wagen

Stellungnahme zur Entwicklung der Wirtschaftsberichterstattung 2014

In der Tagesschau vom 11. Juni 2014 prallten zwei Welten aufeinander. Wütende Taxifahrer pro­testierten gegen die Wettbewerbsverzerrung der digitalen Start-ups Uber und WunderCar. Deren Gründer guckten ungerührt in die Kamera und sagten, dass die Welt sich gedreht habe. Per App. Ähnliche Erfahrungen wie die Taxifahrer machen die Hotelbranche mit Airbnb und die Buchhandlungen und -verlage mit Amazon. Die Liste ließe sich um Reisebüros, Zeitungen und Banken verlängern. Eine Welle technischer Durchbrüche verändert die Welt, getrieben von exponentiell wachsenden Datenmengen, immer leistungsfähigeren Computern und stetigen Entwicklungen der Robotik. Schon heute sind mehr Dinge mit dem Internet verbunden als es Menschen gibt. Auf allen Ebenen transformiert sich die Wirtschaft. Wir leben in Zeiten eines Umbruchs. Mehr denn je braucht es einen wachen Blick, Recherche und kluge Einordnung, kurzum: kundige journalistische Begleitung.

Die IHKs wünschen sich kompetente Berichte und sie wünschen sich mehr Wirtschaftsthemen – im Fernsehen und besonders im Radio. Hier liegt ein Defizit, auch zahlreiche Journalisten sehen es (Umfrage Ernst-Schneider-Preis 5/2014). Die befragten Ressortleiter und Chefredakteure sind nahezu unisono der Ansicht, dass die Bedeutung der Wirtschaftsberichterstattung für die Entwicklung der Gesellschaft deutlich unterschätzt wird, dass also das Wohlbefinden der Deutschen, ihr Zusammenhalt und ihre Lebensperspektiven viel stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen als sie vermuten. Doch auf dem Weg zu einer kritisch-vorurteilsfreien Wirtschaftsberichterstattung scheinen noch Steine zu liegen. Psychologen des Rheingold-Instituts haben gerade ermittelt, dass Journalisten sich bei Wirtschaftsthemen oft als Korrektiv sehen und ihre Berichte färben. Warum? Weil sie Wirtschaft als Übermacht empfinden und in ihren Köpfen noch analoge Bilder von Wirtschaft sind („Das Bild der Wirtschaft aus Perspektive von Journalisten“ 9/2013).

Die diesjährige Stellungnahme der IHKs zur Entwicklung der Wirtschaftsberichterstattung stützt sich auf Studien, Medienbeobachtung und die Auswertung von über tausend Wirtschaftsbeiträgen, die zum Ernst-Schneider-Preis, der seit 43 Jahren von den Industrie- und Handelskammern gestiftet wird, eingereicht wurden.

I Fernsehen

Neue Formate von RTL und WDR, exzellente Reportagen aus der Serie „Zoom“ im ZDF und aufsehenerregende Magazinbeiträge vorwiegend in der ARD: Wer im Programm sucht, findet gute Wirtschaftsbeiträge.

Der Wirtschaftsjournalismus scheint seinen Tiefpunkt nach der nicht prognostizierten weltweiten Finanzkrise überwunden zu haben. So sahen Zuschauer bereits ein dreiviertel Jahr vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens Warnungen vor Beteiligungen an der Windkraftfirma Prokon, zum Beispiel „Windige Versprechen“ (HR). Das spricht für Kompetenz in den Redaktionen, die bei Wirtschaftsthemen notwendig ist. Es zeigt aber auch wie problematisch es ist, Absolventen der Wirtschaftswissenschaften vom Volontariat auszuschließen, wie derzeit beim ZDF üblich.

Zahlreiche gute Beiträge analysieren die deutsche Energiewende, unter anderem „Experiment Energiewende – Deutschlands einsame Revolution“ (ZDF/ARTE). Deutlich auch der Zeitbezug bei Beiträgen wie „Zugriff! – wenn das Netz zum Gegner wird“ (ARD/HR). Beiträge wie „Flucht in die Karibik – Die Steuertricks der Konzerne“ (ZDF) und „Steuerfrei – Wie Konzerne Europas Kassen plündern“ (WDR) lösten politische Debatten aus. Die Reportagen schildern wie multinationale Firmen Gewinne und Steuern zu Lasten der Gesellschaft und ihrer mittelständischen Konkurrenten minimieren, eine Praxis, die mittlerweile die EU untersucht. Gute Wettbewerbsbeiträge beschreiben, was die Gesellschaft bewegt, zum Beispiel Fehlsteuerungen in der Medizin. Der „Krankenhaus-Report – Wo Medizin Kasse macht“ (ARD/HR) analysiert die Frage wie viel Markt die Gesundheit verträgt und welche Auswirkungen Fallkostenpauschalen haben können. Gesellschaftlich relevant sind die „Macht der Ratingagenturen“ (ZDF) und „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ (ARTE/rbb), beides ebenso exzellente Reportagen wie „Tödliche Deals – Deutsche Waffen für die Welt“ (ZDF). Dass Wirtschaft tief in den Alltag der Zuschauer hineinreicht, zeigen Beiträge wie „Oh Tannebaum – die Jagd nach der Nordmanntanne“ (Servus TV), „Deutschland deine Pizza“ (NDR) und „Kundenarbeit – die unbezahlte Dienstleistung“ (3Sat): Im Urteil der Juroren Beiträge, die vorbildlich vermitteln wie die Wirtschaft sich unablässig verändert.

Die besten kurzen Beiträge des Wettbewerbs um den Ernst-Schneider-Preis kamen in diesem Jahr von der ARD. Die Jurys lobten Magazinbeiträge über die eingeschränkte Aussagekraft von Zertifikaten bei der Textilherstellung (WDR), zum boomenden Milchexport nach China (SWR), über die Ausbildungsbereitschaft von Jugendlichen (MDR) und – einmal mehr – über wachsende Gefahren des Datenmissbrauchs („Cyberwar“, BR).

Trotz dieser guten Beispiele ist der Wirtschaftsanteil in der Gesamtschau des Programms nicht hoch. Eine Aufwertung wäre angesichts der Relevanz, die Wirtschaft für die Gesellschaft hat, angemessen. Dies gilt auch für die Wirtschaftsendung des Ersten. „Plus­minus“ steht im Schatten des Programms. Die Sendung fällt oft aus – allein elf Mal im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Als am Sonntag, 4. August 2013, keine „Lindenstraße“ ausgestrahlt wurde, war dies der dritte Ausfall der ARD-Soap in 28 Jahren. „Plusminus“ setzen Fußball, Ferien, Feiertage und Eventprogrammierung zu.

Zwar widmen die beteiligten Plusminus-Redaktionen erfreulicherweise den größten Teil der Sendezeit Wirtschafts­themen (Programmanalyse des IFEM-Institut in Media Perspektiven 5/2014), doch gewinnen im Vergleich zum Vorjahr alltagsnahe Verbraucherthemen und Kriminalitäts­themen an Bedeutung. In „WiSo“ (ZDF) dominieren alltagsnahe Verbraucherthemen. Klassische Wirtschaftsthemen liegen an zweiter Stelle, verlieren aber ebenfalls zugunsten von Kriminalitätsthemen an Sendezeit.

Und neue Formate? Auch die gibt es. Der „Markencheck“ des WDR war eine solche Innovation. Doch seit dem Erfolg, den die Sendung auch in der ARD feierte, scheinen die Programmverantwortlichen in Checks aller Art Einschaltquotengaranten zu sehen. Im laufenden Programm „checkt“ der „Marktcheck“ des SWR im Südwesten sogenannte Topmarken. Und ab August checkt die ARD in einer „großen Verbraucherinitiative“ (Programmdirektor Volker Herres) erst Marken (WDR), dann Recht (SWR), anschließend Lebensmittel (NDR mit Tim Mälzer), danach Haushalt (WDR) und schließlich Gesundheit (BR). Damit aber nicht genug. 2015 dürfen sich die Zuschauer auf den „Montags-Check im Ersten“ in folgenden Kategorien freuen: „Werbe-Check“ (SWR), „Reise-Check“ (SR) und – gewissermaßen ein Scheck-Check – der „Geld-Check“ in der Verantwortung von BR und HR. Durch die Klonsendungen fällt im ARD-Programm am Montagabend um 20.15 Uhr der Dokusendeplatz Natur weg. 2010 strich die ARD am gleichen Tag um 21.00 Uhr bereits den Sendeplatz für Reportagen.

Ob die Checks dem Bedürfnis der Zuschauer nach Orientierung Rechnung tragen? Es geht origineller: Den Juroren fiel beim Ernst-Schneider-Preis 2014 das WDR-Format „Gegen den Strich“ auf, das als größerer Block in der Sendung „markt“ gesendet wird. Hier überraschen die Autoren die Zuschauer mit unkonventionellen Ideen. „Massentierhaltung – ja bitte“ hieß zum Beispiel ein ebenso nachdenklicher wie unterhaltsamer Film über Tierhaltung, in dem Argumente als Rap gesungen wurden. Ebenfalls vom WDR stammt „Auf den Punkt“, ein Format aus dem Frühstücksfernsehen der ARD. In ihm erklärt der Autor in zwei Minuten Wirtschaftsbegriffe in Alltagssprache. Das Setting in einer aufgelassenen Fabrik, die unkonventionelle Erzählweise sowie die gute Grafik machen diese Folgen sehenswert. Informativ war auch „Wie geht´s Deutschland? (ZDF), eine Spurensuche mit anschließender Diskussion.

Bei Phoenix hat Wirtschaft einen hohen Stellenwert, 3sat setzt Akzente (Themenwoche „Hauptsache Konsum“, „Die Macht der Märkte“), auch n-tv berichtet kontinuierlich und zuverlässig über Wirtschaft. Große Privatsender wie RTL und Sat.1 zeigen Wirtschaft, zum Beispiel in ihren regionalen „Fensterprogrammen“, in denen nach Feststellung des Instituts für Medienforschung Göttingen und Köln die Berichterstattung an inhaltlicher Substanz gewonnen hat. RTL West war mit überzeugenden Magazinstücken zu nordrhein-westfälischen Wirtschaftsthemen im Wettbewerb vertreten. Im Abendprogramm wagte sich RTL an ein Format, das „Was verdienst du?“ heißt. In dieser Dokusoap teilen sich Mitarbeiter und Inhaber die Höhe ihrer Gehälter mit. Daraus entwickelt sich in den Unternehmen ein Prozess, bei dem über Sinn und Wert von Arbeit und Leistung gesprochen wird. RTL produziert daneben die Serie „Undercover Boss“ und macht mit dem „Team Wallraf“ viel gesehene Undercover-Reportagen. Das vor einem Jahr ausgegebene Versprechen, RTL stärker journalistisch zu positionieren, wurde mit „Nicht mit uns – die große Schnäppchenlüge“ und „Raus aus der Rentenfalle“, in dem Peter Zwegat den Zuschauern erklärt, was sie tun müssen, um im Alter nicht in die Altersarmut abzurutschen, eingelöst.

 

II Hörfunk

Die Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Radioprogramm sind zumeist hörbar. Die Sender bedienen die Bedürfnisse der Hörer nach Information und Unterhaltung. Insgesamt ist der Informationsanteil der kommerziell betriebenen Stationen deutlich niedriger. Dies geht besonders zulasten tendenziell erklärungsbedürftiger Wirtschaftsinformationen. Hier ist das Angebot dünn. So überrascht es kaum, dass – anders als im Fernsehen – sich kein privater Sender am Wettbewerb beteiligte. Dabei hätten besonders die großen Sender oder Senderverbünde wie Radio NRW, Antenne Bayern, FFH und R.SH Möglichkeiten eigene Angebote zu entwickeln. Ein Blick in Boulevardzeitungen gibt Hinweise, welche Wirtschaftsthemen leicht zu vermitteln sind.

In den Angeboten der ARD hören die Menschen Serien und Thementage, zum Beispiel am 11. September 2013 auf WDR 5 „Im Würgegriff der Banken – Fünf Jahre Finanzkrise“. Der Deutschlandfunk sendete im Juni 2014 den Themenschwerpunkt „Deutschland, deine Krankenhäuser“. Es ging um Fehlsteuerungen der Fallkostenpauschale, um Forschung, Demografie und Markt. Viele Sender produzieren großartige Feature, die ARD auch ein senderübergreifendes Radiofeature. Den Jurys gefielen unter anderem „Pacmans Enkel – Boombranche Computerspiele“ vom WDR und „Pieta Piëch“, ein kunstvolles „Dokumentarpassionsspiel“ des SWR. Die Probleme der vernachlässigten deutschen Verkehrsinfrastruktur bringt „Leverkusen ist überall“ exemplarisch auf den Punkt (DLF). „Schiefer, Sand und Supermärkte“ beschreibt wie neue Öl- und Gasquellen die Weltordnung verändern (BR).

Im Radio, so die Ansicht vieler Beobachter, gibt es Sendeflächen für ungewöhnliche Themen, was aber auch bedeutet, dass die Redaktionen – unbelastet vom Quotendruck des Fernsehens – sich trauen außergewöhnliche Themen aufzugreifen. Beispiele hierfür sind „Grüner Profit – die Biobranche zwischen Alternativrollen und Dumping­kapita­lis­mus“ (WDR), „Shoppen in China – Afrikanische Händler in Guangzhou“ (NDR) und „Handelseinig – DDR-Zwangsarbeit und die Verantwortung westdeutscher Firmen“ (BR). Dass dabei auch mit Erzählformen experimentiert wird, bewies „Gute Tante Arbeitsamt – Vom Leben einer Institution“ (NDR).

 

III. Print

Die Stärke der Zeitungen liegt darin, zwischen der ersten und der letzten Seite eine Zusammenfassung des Geschehens zu geben und Einordnung zu bieten; außerdem erfüllen Zeitungen die Bedürfnisse der Leser nach Überraschung. Im Vergleich der Medien sehen Chefredakteure und Ressortleiter bei Zeitungen und Zeitschriften in einer Befragung des Ernst-Schneider-Preis vom Mai 2014 unvermindert viel Potenzial. „Hintergrundberichterstattung“ und „Wirtschaftspolitik“ finden sie in Printtiteln am besten verortet. Noch mehr Journalisten als im Vorjahr (62 Prozent) erwarteten die Lokalberichterstattung vor allem in den Printmedien. Insgesamt halten die befragten Journalisten die Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland überwiegend für gut – und denken dabei besonders an die Presse. Hier hat Wirtschaft ihr Nischendasein verlassen. Allerdings sagen drei von vier der Befragten, dass Journalisten noch zu wenig tun, um Wirtschaftsthemen ansprechend zu vermitteln.

Auf die Autoren der nachfolgenden Artikel trifft dies nicht zu. Ihre Beiträge ragen unter mehreren hundert Einreichungen zur Kategorie Print im diesjährigen Wettbewerb heraus, weil vieles zusammenkommt: Ungewöhnliche Erzählideen, neue Blickwinkel auf eine Thematik, besondere Recherchetiefe, Lesbarkeit auf mehreren Ebenen und eine Einbindung der Geschichte in größere Bezüge. Die Jurys lobten zum Beispiel „Schluss. Aus. Feierabend.“, einen Beitrag über den Sinn der Arbeit (KulturSPIEGEL) und „Warum muss Joy hungern?“, ein Zeit-Dossier über Zusammenhänge zwischen Weltmaisproduktion und Nahrungsmittelmangel. Bemerkenswert waren auch die Einblicke in die komplexen Abläufe der Deutschen Bahn in „Heute vom Gleis gegenüber“ und „Gnadenlos.com“, eine in große Zusammenhänge gestellte Amazon-Geschichte, die den radikalen Wandel des Handels analysiert (beide Spiegel). Die beste Serie zur vernachlässigten Verkehrsinfrastruktur erschien in der Welt am Sonntag und heißt „Die gebremste Republik“, die pointierteste Geschichte zur Energiewende druckte das Handelsblatt („Der Irrsinn der Energiewende“).

Spannend und verständlich wird Wirtschaft, wenn Autoren das Entstehen eines einzelnen Produktes schildern. Dies kann auch ein Film sein. In „Aufnahme läuft!“ (Zeit) verfolgen Leser, wie der Wettlauf zwischen dem Produzenten des teuersten deutschen Films und der globalen Videopiraterie, die die Refinanzierung gefährdet, verläuft. Ein Steak und ein „Golf“ sind die beiden Produkte, die Capital-Reporter auf dem Weg nach Europa beziehungsweise in die USA verfolgen – ein ebenso überraschender wie großartiger Blickwinkel zur Erläuterung des diskutierten Freihandelsabkommens. Wie global der Gesundheitsmarkt ist, schildert „Der libysche Patient“ (Welt am Sonntag); was die veränderten Arbeitszeiten für Folgen haben, las man in dem bewegenden Portrait einer Kita, die nicht schließt: „Vierzig Stunden in der Kita“ (F.A.Z.).

Die regionalen Tageszeitungen entwickeln zum Teil bemerkenswerte Serienideen, an denen sowohl die Konzepte als auch die einzelnen Themen überzeugen. Die Berliner Morgenpost titelte „Gründer Zeit“ und machte eine Serie zu Start-ups in der Hauptstadt; nicht weniger überzeugend die Folgen von „Gründer im Land Baden-Württemberg“ (Stuttgarter Zeitung). Originell erschien den Juroren die zehnteilige Serie „Patente – Münstersche Erfindungen – und was sie ihren Ideengebern brachten“ aus der Münsterschen Zeitung. Dass auch Regionalzeitungen globale Geschichten erzählen können, beweist das Hamburger Abendblatt mit der Serie „Hamburgs neue Gastarbeiter“. Mit dem aktuellen Thema der Zuwanderung greifen die Autoren ein zentrales Problem der Gesellschaft auf und binden Leser. Dies nennt der Zeitungsforscher Andreas Vogel in der kürzlich erschienenen Studie „Talfahrt der Tagespresse“ eine Voraussetzung für die Gesundung der Zeitungen: Zeitungsredaktionen müssen als „Kompetenzzentren der öffentlichen Kommunikation im Regionalen wahrgenommen werden“.

 

IV Internet

Den möglicherweise entscheidenden Geburtsfehler des Internet nennt der Computerwissenschaftler und Internetvisionär Jaron Lanier die One way-Verlinkung. Sie sei für die Kostenloskultur im Netz verantwortlich. Laniers These: Gäbe es Two-Way-Links, könnte also der Urheber sehen, was mit den Informationen geschieht, müssten Datensammler wie Google etwas bezahlen. Dass etwas falsch läuft in der Informationsökonomie, spüren zahlreiche Branchen, nicht zuletzt die etablierten Anbieter von Nachrichten. Zeitungsverlage, die ihre digitalen Ausgaben kostenlos ins Netz gestellt haben, führen nach und nach Bezahlmodelle ihrer elektronischen Ausgaben ein; in diesem Jahr werden es bereits hundert sein. Die großen Nachrichtenportale bleiben hingegen zumeist beim freien Zugang und setzen auf Reichweite und entsprechende Werbeerlöse. Auf eine neue Erlösquelle zielen Journalisten wie Krautreporter, die über crowdfunding Finanziers suchen.

Seiten mit guten Wirtschaftsinformationen bieten im Internet neben den etablierten Verlagen zahlreiche Ökonomie- und Meinungsblogs sowie die Websites der öffentlich-rechtlichen Sender, des Deutschlandfunks und der Deutschen Welle. Aus diesem Kreis setzen sich die Einreicher zusammen, die sich am Wettbewerb um den Ernst-Schneider-Preis mit interessanten Wirtschaftsgeschichten beworben haben. Thematisch geht es um den Strukturwandel in Deutschland „Stadt – Land – Mensch“, (DW.de), den Volksentscheid zum Berliner Tempelhofer Feld (Tagesspiegel) und „Transition towns“, (faz.de), um Spekulationsblasen (Zeitonline / explanity), den deutschen Mittelstand (n-tv und Welt online) und Enthüllungen „Finanzvertriebe packen aus“ (Handelsblatt). Zeit online testete das „crowd sourcing“ und bat seine Leser mitzuteilen, wie hoch ihre Dispozinsen sind. Aus den Antworten entwickelte die Redaktion eine Deutschlandkarte der Bankgebühren. Das Vorhaben zielt auf Leserbindung und auf Partizipation, beides entscheidende Faktoren im Onlinegeschäft. In die Geschichten eingebunden sind oft Bilder, Videos, weiterführende Links und Grafiken in unterschiedlicher Qualität. Manches ist großartig gestaltet wie eine Adidas/Puma-Geschichte in „Begleiter“ (SZ), anderes eher werkstattmäßig wie der über Google Hangouts geführte „WiWo Lunchtalk“ der Wirtschaftswoche. Schnelle Kommentare und Feedbacks der Leser spielen im Netz eine große Rolle.

Medienbrief 4/14

So geht sächsisch
Prof. Karola Wille wird die Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Wirtschaft am 6. Oktober eröffnen. Die Intendantin des MDR ist Hausherrin der Media City Leipzig, wo die Verleihung stattfindet. Die Feier soll auch die Stärken Sachsens zeigen. Die ausrichtenden IHKs in Chemnitz, Dresden und Leipzig haben die von Maybrit Illner moderierte Auszeichnung unter das Motto „Nicht lang reden, sondern machen. So geht sächsisch.“ gestellt. Hier geht es zur Anmeldung:
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Roboterjournalismus aus Berlin
„Ein Algorithmus kann niemals Intelligenz, Kreativität und das Sprachgefühl eines Journalisten ersetzen – aber in der Aufarbeitung von Daten in Sekundenbruchteilen ist er unschlagbar“, so Carsten Erdmann, Chefredakteur der Berliner Morgenpost. Erdmann ist Pionier. Seine Berichterstattung über die Feinstaub-Belastung in der Berliner Innenstadt wird teilweise von einem Computer geschrieben. Die Morgenpost nutzt für ihren „Feinstaub-Monitor“ ein Programm, das Messwerte aller Stationen von der Website der Berliner Senatsumweltbehörde ausliest, mit Vorjahreswerten vergleicht und automatisch visu­a­lisiert, zu finden unter morgenpost.de/feinstaub.

Das Erste macht die Meinung
Die ARD bleibt die Organisation mit dem größten Einfluss auf die Meinungsbildung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM). Der Meinungsmarkt in Deutschland wird demnach von fünf Medienkonzernen geprägt. Die ARD hat einen Anteil von 22 Prozent am Meinungsmarkt. Es folgten Bertelsmann (RTL-Gruppe) mit 13 Prozent, Sprin­­ger mit 9 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 8 Prozent sowie das ZDF mit 7 Prozent. Zwei Aspekte sind bemer­kenswert: Der Einfluss der großen privaten Fernsehsen­der auf die Meinungsbildung in Deutschland nimmt ab. Gleichzeitig sinkt auch die Bedeutung des Mediums Fern­sehen für die Meinungsbildung der Deutschen (- 3 Pro­zent). Zulegen konnten Tageszeitungen (+1 Prozent), Radio (+2 Prozent), Internet (+1 Prozent) und Zeit­schriften (+0,4 Prozent).

20 Minuten beim Anwalt
Die Wirtschaftszeitschrift Impulse erhöht den Preis für ihr Monatsmagazin von 7,50 Euro auf 9,90 Euro. „Qualität hat ihren Preis“, sagt Chefredakteur Nikolaus Förster. In seinem Blog hatte er Leser nach dem richtigen Preis für das Heft gefragt und die Leser hatten im Schnitt 10,60 Euro vorgeschlagen. Nicht zu viel, findet Förster: „Ein Jahr lang Teil des Impulse-Netzwerks zu sein, kostet etwa so viel wie 20 oder 30 Minuten bei einem guten Anwalt, Berater oder Coach.“

Checks, Checks, Checks
markencheckAb dem 25. August sendet die ARD um 20.15 Uhr den „Montags-Check“. Den Anfang machen vier Folgen des „Markencheck“, der in der Wirtschaftsredaktion des WDR entwickelt wurde. Der Erfolg dieser Sendung scheint bei den Programmplanern eine Check-Euphorie ausgelöst zu haben. Der „Marktcheck“ des SWR „checkt“ bereits Topmarken. In der ARD erleben die Zuschauer bald eine „große Verbraucherinitiative“ (Programmdirektor Volker Herres), die erst Marken checkt (WDR), dann Recht (SWR), anschließend Lebensmittel (NDR mit Tim Mälzer), danach Haushalt (WDR) und schließlich Gesundheit (BR). Damit aber nicht genug. 2015 dürfen sich die Zuschauer auf den „Montags-Check im Ersten“ in den Kategorien „Werbe-Check“ (SWR) und „Reise-Check“ (SR) freuen. Wem auch das nicht reicht, für den gibt es den „Geld-Check“ in der gemeinsamen Verantwortung von BR und HR – gewissermaßen einen Scheck-Check. Durch die Klonsendungen fällt im ARD-Programm am Montagabend um 20.15 Uhr der Dokusendeplatz Natur weg. 2010 strich die ARD am gleichen Tag um 21.00 Uhr bereits den Sendeplatz für Reportagen.

Sag es einfach
Der Deutschlandfunk hat seine Webseite nachrichtenleicht.de überarbeitet. Der Wochenrückblick liefert in einfacher Sprache wichtige Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Die Sätze dieser Nachrichten sind kürzer. Zu Schlüsselwörtern gibt es Erklärungen. Alle Meldungen kann man lesen oder hören.

.de verschwindet
Bekannte Medien wollen auch im Internet ihre Marken vereinheitlichen. So ersetzt das Stern-Logo das stern.de-Logo auf allen Kanälen. Springers Bild-Zeitung hat bereits den gleichen Schritt gemacht und auf das .de hinter Bild verzichtet.

Crossmediales in Düsseldorf
Die Rheinische Post Mediengruppe bündelt ihre Nachwuchsförderung ab Oktober 2014 in einer multimedialen Journalistenschule. Praxisstationen finden bei der „Rheinische Post“, der „Saarbrücker Zeitung“, „Lausitzer Rundschau“ und dem „Trierischen Volksfreund“ statt. Kooperationspartner der Ausbildung sind Antenne Düsseldorf, center.tv, WDR, Bild und Spiegel. Ein Schwerpunkt liegt auf digitalen Medien und „journalistischem Entwicklergeist“. Dazu gibt es Kurse in Datenjournalismus, Social Media, Blogging, Crowd Funding und interaktivem Story­telling.
Screenshot

 

Die Welt verstehen
Seit Juni heißt der vom Bayerischen Rundfunk betriebenen Bildungskanal BR-alpha ARD-alpha. Der 1998 gegründete Sender wendet sich unter dem Claim „Die Welt verstehen“ an ein bundesweites Publikum. Im Programm: Wissens- und Kulturmagazine, darunter Sendungen mit Kultstatus wie „Space Night“ und „alpha-Centauri“ mit Harald Lesch. Wer donnerstags eine Alternative zu einem Spätfilm sucht, für den gibt es von Mitternacht bis in den frühen Morgen „Wissenschaft für Schlaf­lose“.

Digitaler Zuwachs
„Bild“ hat Erfolg mit seinen Digitalabos. Die Zeitung verkaufte im Mai 200.000 digitale Abonnements, fast 50.000 mehr als im Dezember. Auch die „Welt“ legte leicht zu. Sie kam auf 52.000 Verkäufe (plus 5.000).

Wer hört was im Internet?
internetradio

Die Arbeitsgemeinschaft Media Analyse hat im Juni Nutzerdaten für Internet-Radios bekanntgegeben. Die meistgehörten Sender sind etablierte UKW-Radios. Mit sieben Millionen monatlichen Abrufen liegt 1Live vorn, die Jugendwelle des WDR. Neben Antenne Bayern und Radio FFH finden auch Musiksender wie die 2003 in Aachen gegründete RauteMusik über 3 Millionen Hörer. Die Nutzung der Internet-Radios stieg um elf Prozent – auch dank internetfähiger Handys.

Deutsche unterschätzen Wirtschaft
Aus einer Umfrage des Ernst-Schneider-Preis vom Mai 2014: Neun von zehn Ressortleitern und Chefredakteuren glauben, dass die Bedeutung der Wirtschafts für die Entwicklung der Gesellschaft deutlich unterschätzt wird, dass also das Wohlbefinden der Deutschen, ihr Zusammenhalt und ihre Lebensperspektiven stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen als diese vermuten.