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Medienbrief 4/14

So geht sächsisch
Prof. Karola Wille wird die Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Wirtschaft am 6. Oktober eröffnen. Die Intendantin des MDR ist Hausherrin der Media City Leipzig, wo die Verleihung stattfindet. Die Feier soll auch die Stärken Sachsens zeigen. Die ausrichtenden IHKs in Chemnitz, Dresden und Leipzig haben die von Maybrit Illner moderierte Auszeichnung unter das Motto „Nicht lang reden, sondern machen. So geht sächsisch.“ gestellt. Hier geht es zur Anmeldung:
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Roboterjournalismus aus Berlin
„Ein Algorithmus kann niemals Intelligenz, Kreativität und das Sprachgefühl eines Journalisten ersetzen – aber in der Aufarbeitung von Daten in Sekundenbruchteilen ist er unschlagbar“, so Carsten Erdmann, Chefredakteur der Berliner Morgenpost. Erdmann ist Pionier. Seine Berichterstattung über die Feinstaub-Belastung in der Berliner Innenstadt wird teilweise von einem Computer geschrieben. Die Morgenpost nutzt für ihren „Feinstaub-Monitor“ ein Programm, das Messwerte aller Stationen von der Website der Berliner Senatsumweltbehörde ausliest, mit Vorjahreswerten vergleicht und automatisch visu­a­lisiert, zu finden unter morgenpost.de/feinstaub.

Das Erste macht die Meinung
Die ARD bleibt die Organisation mit dem größten Einfluss auf die Meinungsbildung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM). Der Meinungsmarkt in Deutschland wird demnach von fünf Medienkonzernen geprägt. Die ARD hat einen Anteil von 22 Prozent am Meinungsmarkt. Es folgten Bertelsmann (RTL-Gruppe) mit 13 Prozent, Sprin­­ger mit 9 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 8 Prozent sowie das ZDF mit 7 Prozent. Zwei Aspekte sind bemer­kenswert: Der Einfluss der großen privaten Fernsehsen­der auf die Meinungsbildung in Deutschland nimmt ab. Gleichzeitig sinkt auch die Bedeutung des Mediums Fern­sehen für die Meinungsbildung der Deutschen (- 3 Pro­zent). Zulegen konnten Tageszeitungen (+1 Prozent), Radio (+2 Prozent), Internet (+1 Prozent) und Zeit­schriften (+0,4 Prozent).

20 Minuten beim Anwalt
Die Wirtschaftszeitschrift Impulse erhöht den Preis für ihr Monatsmagazin von 7,50 Euro auf 9,90 Euro. „Qualität hat ihren Preis“, sagt Chefredakteur Nikolaus Förster. In seinem Blog hatte er Leser nach dem richtigen Preis für das Heft gefragt und die Leser hatten im Schnitt 10,60 Euro vorgeschlagen. Nicht zu viel, findet Förster: „Ein Jahr lang Teil des Impulse-Netzwerks zu sein, kostet etwa so viel wie 20 oder 30 Minuten bei einem guten Anwalt, Berater oder Coach.“

Checks, Checks, Checks
markencheckAb dem 25. August sendet die ARD um 20.15 Uhr den „Montags-Check“. Den Anfang machen vier Folgen des „Markencheck“, der in der Wirtschaftsredaktion des WDR entwickelt wurde. Der Erfolg dieser Sendung scheint bei den Programmplanern eine Check-Euphorie ausgelöst zu haben. Der „Marktcheck“ des SWR „checkt“ bereits Topmarken. In der ARD erleben die Zuschauer bald eine „große Verbraucherinitiative“ (Programmdirektor Volker Herres), die erst Marken checkt (WDR), dann Recht (SWR), anschließend Lebensmittel (NDR mit Tim Mälzer), danach Haushalt (WDR) und schließlich Gesundheit (BR). Damit aber nicht genug. 2015 dürfen sich die Zuschauer auf den „Montags-Check im Ersten“ in den Kategorien „Werbe-Check“ (SWR) und „Reise-Check“ (SR) freuen. Wem auch das nicht reicht, für den gibt es den „Geld-Check“ in der gemeinsamen Verantwortung von BR und HR – gewissermaßen einen Scheck-Check. Durch die Klonsendungen fällt im ARD-Programm am Montagabend um 20.15 Uhr der Dokusendeplatz Natur weg. 2010 strich die ARD am gleichen Tag um 21.00 Uhr bereits den Sendeplatz für Reportagen.

Sag es einfach
Der Deutschlandfunk hat seine Webseite nachrichtenleicht.de überarbeitet. Der Wochenrückblick liefert in einfacher Sprache wichtige Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Die Sätze dieser Nachrichten sind kürzer. Zu Schlüsselwörtern gibt es Erklärungen. Alle Meldungen kann man lesen oder hören.

.de verschwindet
Bekannte Medien wollen auch im Internet ihre Marken vereinheitlichen. So ersetzt das Stern-Logo das stern.de-Logo auf allen Kanälen. Springers Bild-Zeitung hat bereits den gleichen Schritt gemacht und auf das .de hinter Bild verzichtet.

Crossmediales in Düsseldorf
Die Rheinische Post Mediengruppe bündelt ihre Nachwuchsförderung ab Oktober 2014 in einer multimedialen Journalistenschule. Praxisstationen finden bei der „Rheinische Post“, der „Saarbrücker Zeitung“, „Lausitzer Rundschau“ und dem „Trierischen Volksfreund“ statt. Kooperationspartner der Ausbildung sind Antenne Düsseldorf, center.tv, WDR, Bild und Spiegel. Ein Schwerpunkt liegt auf digitalen Medien und „journalistischem Entwicklergeist“. Dazu gibt es Kurse in Datenjournalismus, Social Media, Blogging, Crowd Funding und interaktivem Story­telling.
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Die Welt verstehen
Seit Juni heißt der vom Bayerischen Rundfunk betriebenen Bildungskanal BR-alpha ARD-alpha. Der 1998 gegründete Sender wendet sich unter dem Claim „Die Welt verstehen“ an ein bundesweites Publikum. Im Programm: Wissens- und Kulturmagazine, darunter Sendungen mit Kultstatus wie „Space Night“ und „alpha-Centauri“ mit Harald Lesch. Wer donnerstags eine Alternative zu einem Spätfilm sucht, für den gibt es von Mitternacht bis in den frühen Morgen „Wissenschaft für Schlaf­lose“.

Digitaler Zuwachs
„Bild“ hat Erfolg mit seinen Digitalabos. Die Zeitung verkaufte im Mai 200.000 digitale Abonnements, fast 50.000 mehr als im Dezember. Auch die „Welt“ legte leicht zu. Sie kam auf 52.000 Verkäufe (plus 5.000).

Wer hört was im Internet?
internetradio

Die Arbeitsgemeinschaft Media Analyse hat im Juni Nutzerdaten für Internet-Radios bekanntgegeben. Die meistgehörten Sender sind etablierte UKW-Radios. Mit sieben Millionen monatlichen Abrufen liegt 1Live vorn, die Jugendwelle des WDR. Neben Antenne Bayern und Radio FFH finden auch Musiksender wie die 2003 in Aachen gegründete RauteMusik über 3 Millionen Hörer. Die Nutzung der Internet-Radios stieg um elf Prozent – auch dank internetfähiger Handys.

Deutsche unterschätzen Wirtschaft
Aus einer Umfrage des Ernst-Schneider-Preis vom Mai 2014: Neun von zehn Ressortleitern und Chefredakteuren glauben, dass die Bedeutung der Wirtschafts für die Entwicklung der Gesellschaft deutlich unterschätzt wird, dass also das Wohlbefinden der Deutschen, ihr Zusammenhalt und ihre Lebensperspektiven stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängen als diese vermuten.