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Medienbrief 5/14

14-05-01Neun Mal bester Wirtschaftsjournalismus
Eine glänzend aufgelegte Maybrit Illner moderierte in der Media City Leipzig die Verleihung des Ernst-Schneider-Preis 2014. 400 Gäste waren im Studio, noch einmal 600 sahen den Livestream. Karola Wille, die Intendantin des MDR, Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, Michaela Kolster, Phoenix-Chefin und unter anderem Hans Leyendecker zeichneten die Gewinner in neun Kategorien aus.

In der Höhle des Löwen
Das Gründer-Format „Die Höhle der Löwen“ war ein Erfolg. Zwei Millionen Zuschauer sahen die achtteilige Staffel um 20.15 Uhr bei Vox. Dem Sender bescherte die Wirtschaftsshow einen überproportional großen Marktanteil. In der Sendung präsentierten Kandidaten ihre Geschäftsideen und gaben Einblicke in ihre Kalkulationen. Das lud zum Mitentscheiden ein und war spannend, denn die Investoren engagierten sich mit eigenem Geld.

„Schreiberling“ für junge Leser
Der 19-Jährige Simon Grothe will mit seiner Redaktion Tagesspiegel.de-Lesern die Welt seiner Generation näher bringen – und in Teilen auch mit bestehenden Klischees aufräumen. Der Blog des Tagesspiegel heißt „Schreiberling“. In ihm geht es um Politik, Konzerte, Filme und das Berliner Stadtleben. Autoren berichten von Auslandsreisen oder ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr. Unterstützt wird die junge Redaktion von Tagesspiegel-Redakteuren.

Tageszeitungen öfter digital
Immer mehr Leser beziehen ihre Tageszeitung als ePaper und lesen sie auf Tablet oder Handy. Die digitalen Auflagen aller Verlage wachsen – wenn auch von einer geringen Basis. Den größten Zuwachs verbuchten im letzten Jahr Die Welt, der Südkurier, die Rheinische Post und das Handelsblatt, wie das Medienmagazin Meedia ermittelte. Die Nummer 1 der ePaper heißt Süddeutsche Zeitung mit 30.000 verkauften Abonnements, fast gleichauf liegt die F.A.Z. vor Bild. Stärkste Regionalzeitung ist der ePaper-Pionier sh:z. Die schleswig-holsteinische Zeitungsgruppe verkauft 21.000 Abos.

Der Ernst-Schneider-Preis twittert
Der Ernst-Schneider-Preis ist ab sofort unter www.twitter.com/espreis auf dem Mikro-Blogging Dienst Twitter zu finden. Getwittert werden Links zu aktuellen Pressemitteilungen, Informationen zum laufenden Wettbewerb und zur Preisverleihung sowie Hinweise auf interessante Berichterstattungen im Wirtschaftsjournalismus. Wir laden alle Twitter-Nutzer ein, uns unter @espreis zu folgen.14-05-02


Was WISO kostet

Das ZDF hat die Kosten seiner Sendungen veröffentlicht. Pro Fernsehfilm, von denen jedes Jahr hundert produziert werden, entstehen Kosten von 1,4 Millionen Euro. Talkshows kosten bis zu 107.000 Euro. Für die Sport-Berichterstattung wendet das ZDF 227 Millionen Euro im Jahr auf. Vergleichsweise preiswert ist die Produktion des Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „WISO“. Jede Sendung kostet 105.000 Euro.

Ein Land im Stillstand
14-05-03Günter Ederer, mehrfach mit dem Ernst-Schneider-Preis ausgezeichneter Journalist, hat mit Gottfried Ilgmann „Deutschland im  Stau“ ge­schrieben. Das Buch belegt den Verfall der Infrastruktur und rechnet nach, was das tägliche Verkehrschaos kostet. (Berlin-Verlag 19,99 Euro)

 

Unternehmen in Bewegung
14-05-04Die ehemalige Handelsblatt-Journalistin Petra Blum hat ein faszinierendes Buch über die Antworten geschrieben, die Unternehmen auf den gesellschaftlichen Wandel geben. „Mitarbeiter motivieren  und  Kunden  begeistern“ (Haufe-Verlag 29,95 Euro) nennt Beispiele, gibt Tipps, ist informativ und obendrein unterhaltsam.

 

Globales digitales Handelsblatt
Seit Anfang September gibt es eine Global Edition des Handelsblatt, die mit 20 Mitarbeitern in Berlin produziert wird. Die digitale Zeitung erscheint montags bis freitags um sechs Uhr New Yorker Zeit. Das ePaper wendet sich an ein internationales Publikum, das sich für die deutsche Wirtschaft, die Politik der Bundesregierung sowie die währungspolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank interessiert. Eingeführt wird die US-Ausgabe zum Jahres-Abo-Preis von 149,99 Euro.

Neue Netzgeschichten
2010 gründeten Xavier Damman und Burt Herman das Portal storify.com. Die Seite sammelt anhand von Suchbegriffen Informationen von Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube. Die Inhalte lassen sich thematisch zu Geschichten bündeln und können um eigene Texte ergänzt werden. Nach eigenen Angaben hat die Seite über eine Million Nutzer, darunter die BBC. In Deutschland gehören unter anderem „Bild“ und „Rhein-Zeitung“ zu den Nutzern.

Digitaler Journalismus
Die Landesanstalt für Medien (LfM) in Nordrhein-Westfalen hat die Studie „Digitaler Journalismus“ vorgelegt. Die Kernsätze lauten:

  • Nie hatten Journalisten und Redakteure intensiveren Publikumskontakt.
  • Kürzere Texte machen noch keinen mobilen Journalismus aus.
  • Soziale Netzwerke dienen dem Marketing, ergänzen den regulären Vertriebsweg und schaffen Community.
  • Das Publikum wird den Journalismus nicht ersetzen, da der Großteil der Nutzer nie dauerhaft in eine Produzentenrolle schlüpfen wird.
  • Sortierender, einordnender Journalismus bleibt unentbehrlich – obwohl Medien ihre frühere Informations- und Deutungshoheit verlieren und sich sogenannte Content-Parallelwelten herausbilden.

Radioplayer.de geplant
140 private Sender bereiten einen bundesweiten Radio-Onlineplayer vor. Initiator Hans-Dieter Hillmoth (FFH) verspricht Nutzern, den Radioempfang auf mobilen Geräten so einfach wie möglich zu gestalten. Eine Beteiligung der ARD mit ihren rund 80 Haupt- und Sonderprogrammen wird angestrebt. Mit radioplayer.de versucht die Branche nach englischem Vorbild eigene Marken intensiver zu nutzen. Im Netz konkurrieren Sender mit Streaming-Angeboten privater Plattformen, Musik-Diensten wie Spotify und Deezer sowie Musikkonzernen.